Var-kabel gezogen: münster enthüllt sabotage in sekundenschnelle
Ein einzelner Stecker, ein schwarzer Bildschirm, ein ganzer Spieltag im Ausnahmezustand. Kurz vor dem Halbzeitpfiff herrschte im Preußen-Stadion Stille, weil ein Zuschauer die Stromversorgung des VAR-Monitors auf Höhe der Mittellinie unterbrach. Schiedsrichter Felix Bickel musste „blind“ entscheiden – und traf dennoch ins Schwarze, indem er Hertha BSC den entscheidenden Elfmeter zugesprochen.
Die Tat war so schnell wie perfide. Überwachungsvideos zeigen, dass der Unbekannte sich illegal Zugang zum Innenraum verschaffte, den Stecker zog und sich sofort wieder in die Menge verlor. „Der gesamte Vorgang dauerte nur wenige Sekunden“, bestätigt der Klub. Weder der Ordner noch die Techniker des Dienstleisters konnten reagieren. Erst nach der Pause stellte sich heraus, dass das gelöste Kabel die einzige Ursache war – ein Schaden an Geräten entstand nicht, das Kabel hätte sofort wieder eingesteckt werden können.

Dfb ermittelt – münster widerspricht berichten
Am Montag leitete der DFB ein formelles Verfahren ein. Die Adlerträger widersprechen jedoch der ersten Meldung, wonach eine komplette Tribünenstromversorgung gekappt worden sei. Tatsache ist: Es gab keinen Flächen-Blackout, sondern gezielte Manipulation an genau einem Monitor. Augenzeugenberichte flossen in die obligatorische Spieltagsauswertung ein; der Täter bleibt weiter unbekannt.
Als Konsequenz verstärkt Preußen künftig das Sicherheitspersonal rund um den VAR-Bereich und prüft zusätzliche technische Schutzmaßnahmen. „Wir haben das Schiedsrichter-Gespann um Felix Bickel und Katrin Rafalski um Entschuldigung gebeten. Sie handelten nach Regelwerk, obwohl sie durch unseren technischen Ausfall in eine unverschuldete Zwangslage gerieten“, erklärt Vorstand Sascha Meier.
Die bizarre Pointe: Die Entscheidung stand am Ende richtig – und bewies, dass selbst ein kurzer Stromausfall den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage nicht zwangsläufig verzerrt. Hertha profitierte, Münster blieb trotz Attacke auf der Strecke. Der Fall zeigt, wie verwundbar moderne Fußball-Infrastruktur ist – und wie schnell ein einzelner Saboteur das Spiel manipulieren kann, wenn er nur ein paar Sekunden unbeobachtet bleibt.
