Sc bern zerbricht an rapperswil: 1:6-pleite und transparente gegen plüss
Die Postseason bleibt dieses Jahr Post-Saison für den SC Bern. Ein 1:6-Schlendrian im entscheidenden Spiel gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers katapultiert das Team mit dem Bären auf der Brust aus den Playoffs – und die Fans katapultieren ihre Wut direkt auf das Eis.
Scherwey redet klartext: „wir haben es uns selbst verbaut“
Tristan Scherwey braucht keine schönen Worte, er kennt die Spielregel des Exit-Interviews: Ehrlichkeit vor Selbstschutz. „Wir sind verdient raus, Punkt“, sagt er mit dem Blick eines Mannes, der gerade sein eigenes Hamsterrad zum Stillstand gebracht hat. Das erste Drittel lief noch nach Plan, dann löste sich das Kollektiv in Einzelkämpfer auf. Die Strafzeiten schossen aus dem Kasten wie Büroklammern, Rapperswil nutzte jede Überzahl eiskalt aus. „Ich kann es mir nicht erklären, warum wir den Faden verlieren – aber wir tun es jedes Mal, wenn es brennt“, gibt Scherwey zu.
Die Saison war für ihn ein Paradoxon: Verletzungspech, personeller Notstand, trotzdem lange ungeschlagen – und am Ende doch chancenlos. „Wir haben oft verlieren können, haben es aber nicht getan. Jetzt haben wir es doch.“ Die Erkenntnis schmeckt bitter, schmeckt nach Sommerpause ohne Playoff-Sause.

Transparente statt torjubel: plüss steht am pranger
Die Wut der Anhänger entlädt sich in zwei Bannern, die so gar nicht zur sonstigen Gemütlichkeit in der PostFinance Arena passen. „Plüss, wir wollen Titel, keine Powerpoints“ ist die freundlichste Variante. Die zweite Zeile spart nicht mit Persönlichkeitsrechten: „Spieler, ihr verdient die Gehälter, nicht die Sympathie“. Der Sportchef muss die Transparente über sich ergehen lassen, während die Lakers auf der anderen Bande schon ihre Playoff-Party planen.
Die Botschaft ist klar: Der Bär wurde zur Plüschvariante, und Plüsch gehört auf die Kinderstube, nicht ins Viertelfinale. Die Verantwortung wird nicht nur intern diskutiert, sie wird öffentlich angepinnt – direkt auf die Jacke des ehemaligen Nationalspielers, der die sportliche Leitung übernahm und nun die Quittung für ein halbes Jahrzert in Frustform erhält.
Die Saison endet mit dem Schlusspfiff, doch die Nachspielzeit beginnt sofort. In Bern rätselt man nicht mehr über Systemfragen, sondern über Personalfragen. Wer bleibt, wer geht, wer trägt künftig die Verantwortung? Die Antworten werden nicht in Powerpoint-Folien stehen, sondern im Transferregister. Der Bär hat sich zum Winterschlaf verabschiedet – und der Frühling gehört nun den Lakers.
