Saragossa stürzt ab: historischer klub kämpft um das überleben!

Ein Schock für den spanischen Fußball: Real Saragossa, einst eine feste Größe im europäischen Fußball, steht vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit. Nach 77 Jahren im Profifußball ist der Fall des Traditionsklubs perfekt – eine Katastrophe, die viele Fans nicht verkraften können.

Die hymne als bitterer kommentar

Die Vereins-Hymne von Saragossa, einst ein Ausdruck von Stolz und Siegeswillen, klingt in diesen Tagen wie ein bitterer Kommentar: „El Zaragoza va a jugar! El Zaragoza va a vencer! El Zaragoza va a luchar por su afición!“ – Saragossa wird spielen, Saragossa wird gewinnen, Saragossa wird für seine Fans kämpfen. Doch gewonnen hat der Klub in der jüngsten Vergangenheit viel zu selten.

Der Abstieg in La Liga 2 ist bereits besiegelt, nachdem man am vorletzten Spieltag lediglich ein 1:1 gegen UD Las Palmas erreichte. Mit nur 36 Punkten auf dem Konto und einer erschreckend schwachen Offensive von lediglich 35 Toren, ist Saragossa abgeschlagen. Der Verein, der einst Gegner wie Real Madrid, Barcelona und Atlético Madrid begeisterte, muss sich nun in der Drittklassigkeit neu beweisen.

Ein Fall von historischer Dimension Der Absturz ist nicht nur sportlich, sondern auch kulturell ein Verlust. Sechs Pokalsiege, ein spanischer Superpokal, der Europapokal der Pokalsieger und die Zeit von Andi Brehme im Trikot der Aragonesen – all das gehört zur glorreichen Vergangenheit des Klubs. Die Marca nannte den Abstieg treffend den „Fall eines Riesen“.

Die rolle des umstrittenen eigentümers

Die rolle des umstrittenen eigentümers

Ein dunkler Fleck an dieser Entwicklung ist der amerikanische Milliardär Jorge Mas Santos, Präsident des Klubs und Miteigentümer von MasTec. Gemeinsam mit seinem Bruder und David Beckham bildet er das Eigentümer-Trio von Inter Miami. Die Fans sehen in ihm einen Fremden, der den Verein ausbeutet. In einem Online-Forum wurde die Chefetage des Vereins mit einem veralteten Computersystem verglichen – immer wieder die gleichen Fehler, ohne Lösung. Forderungen nach einem Rücktritt der gesamten Führungsriege werden immer lauter.

Die sportliche Misere wurde durch die Inkompetenz der Trainer verstärkt. In dieser Saison wurden bereits vier Trainer entlassen, darunter der Ex-Atlético-Spieler Gabi. Der gebürtige Saragossaner David Navarro, der als vierter Coach die Segel streichen musste, zeigte sich nach dem letzten Spiel sichtlich gerührt und entschuldigte sich bei den Fans, versicherte ihnen aber auch, dass Saragossa nicht zerbrochen sei.

Ein Stadion ohne Heimatgefühl Besonders bitter ist, dass Saragossa in einer der schwierigsten Zeiten seiner Geschichte ohne ein echtes Stadion auskommen muss. Das traditionsreiche „La Romareda“ wurde abgerissen, um im Zuge der WM 2030 saniert zu werden. Als Übergangslösung dient das „Ibercaja Estadio“, ein Provisorium, das über 14 Millionen Euro kostete und kein Heimatgefühl vermittelt.

Die Zukunft von Saragossa ist ungewiss. Ein radikaler Sparkurs und ein kompletter Neuaufbau der Mannschaft sind unausweichlich. Der Weg zurück in den Profifußball wird lang und steinig. Doch eines ist klar: Saragossa wird kämpfen müssen, um nicht in Vergessenheit zu geraten.