Santiago näf flüchtet nach chaux-de-fonds – und trifft direkt seinen peiniger

Er war der Angreifer, der den HC La Chaux-de-Fonds im Viertelfale fast allein aus dem Playoff warf. Nun trägt Santiago Näf selbst das Jersey des HCL – und die Swiss-League-Mannschaft kaufte sich für zwei Jahre die Schlagkraft des 23-Jährigen.

Der wechsel, der kein geheimnis war

Schon während der Serie gegen Chur flüsterte es in den Gängen der Patinoire des Mélèzes: „Wenn der uns so demoliert, holen wir ihn eben.“ Näf antwortete mit drei Scorerpunkten in sechs Partien, beendete die Saison mit 17 Punkten in 38 Spielen – und unterschrieb wenige Tage später den Zweijahresvertrag. Der Deal ist laut Sportchef Loïc Burkhalter fix, eine Ablöse floss nicht; Näfs Vertrag in Chur lief ohnehin aus.

Der Stürmer ging beim SC Bern durch die Nachwuchsmühle, schoss sich mit 19 Jahren in die National League und riss bei Gottéron und EV Zug Luft in der Kabine der Erwachsenen. Doch die Spitzenklubs verliehen ihn stattdessen – Basel, Chur, nun Chaux-de-Fonds. Die Konstante: je mehr Eiszeit er bekommt, desto größer wird seine Wirkung. In der Swiss-League-Saison 2023/24 lag seine Schussquote bei 14,2 Prozent, nur drei Angreifer trafen öfter aus dem Slot.

Warum der hcl genau diesen typ holt

Warum der hcl genau diesen typ holt

Chaux-de-Fonds schied in den letzten drei Jahren immer in der ersten Playoff-Runde aus, weil das Top-Six zu leise wurde. Burkhalter will Näfs Intensität in die zweite Welle injizieren: „Er spielt jeden Puck wie einen Persönlichkeitstest – und besteht ihn meistens.“ Gemeint ist: Näf jagt, presst, spielt ans Band, baut sich selbst in Unterzahl ein. Coach Kevin Schlaepfer kann ihn links wie rechts im Powerplay einsetzen, das Timing passt zur System-Umschulung auf schnelles Umschalten.

Die Zahl, die den Staff elektrisiert: 43 Check-Ins pro Spiel, gemessen von der Liga-Tracking-Firma. Das ist Top-10-Niveau in der Swiss League, obwohl Chur nur 45 Prozent Angriffszone besaß. Näf arbeitet sich eben frei, statt zu warten.

Was das für den rest der liga bedeutet

Was das für den rest der liga bedeutet

Mit Näf rückt Chaux-de-Fonds auf dem Papier eine Spur näher an die Top-Favoriten Genève-Servette HC und EHC Kloten heran. Die Konkurrenten haben Budgets, die doppelt so hoch sind – doch der HCL setzt auf Näfs Motor, der nicht nach Kalenderjahren, sondern nach Schichten tickt. Wenn er seine 25 Punkte plus erwartete 150 Hits liefert, kann Chaux-de-Fonds erstmals seit 2016 wieder eine Serie gewinnen. Und Näf? Er spielt sich vielleicht zurück in die NLA – diesmal ohne Zwischenstopp.

Die Message ist klar: Wer dich ausschaltet, kauft dich nicht aus Rache, sondern aus Einsicht. In zwei Jahren wird man wissen, ob sich die Rechnung aufgeht. Bis dahin pfeift Chaux-de-Fonds die Hymne – und Santiago Näf pfeift zurück.