Sammer schlägt zurück: arsenal sei schön, wenn es titel regnet

Matthias Sammer hat genug von der Klage über Arsenals „funktionale Schönheit“. Vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League knallte der 59-Jährige bei Prime Video auf den Tisch: „Die sollen alle ihren Mund halten. Es gibt keine B-Noten im Fußball, nur Titel.“ Die Antwort auf Taktik-Gejammer? Ein 2:0 gegen Bayer Leverkusen und das Ticket fürs Viertelfinale.

Die Kritik war laut geworden. Standards, tiefes 4-4-2, wenig Flair – so beschrieben Gegner und TV-Experten zuletzt die Gunners. Sammer kontert: „Vergessen die Leute, wie Arsenal in der Hinrücks gepresst hat? Denen muss langweilig auf der Insel sein.“ Sein Co-Experte Mats Hummels pflichtet ein: „Es ist nicht schön, aber es ist effizient. Und oft sind sie besser als der Gegner.“

Die tabelle schweigt nie

Die Zahlen sprechen für sich. Nach 29 Premier-League-Spielen liegt Arsenal neun Punkte vor Manchester City, das ein Spiel weniger hat. Am Sonntag geht’s im Ligapokal-Endspiel nach Wembley – erneut gegen City. Siegt die Arteta-Elf, ist der erste Titel der Saison perfekt. Im FA Cup wartet Anfang April der FC Southampton im Viertelfinale. Vier Wettbewerbe, vier Chancen – eine Quadruple-Option, die selbst das Invincible-Team 2004 nicht hatte.

Die Leverkusen-Pleite war das achte Spiel in Folge ohne Gegentor in der Königsklasse. Eberechi Eze und Declan Rice schraubten die Bilanz auf 18:0-Tore in dieser Phase. Keeper David Raya konnte sich gegen Xabi Alonsos angeschlagene Werkself sogar die Handschuhe sparen. Die Standards, die so viele verärgern? Rice schlug die Ecke, Gabriel Jesus legte quer – Eze vollstreckte. Pragmatisch eben.

Arteta bremst den hype – intern nicht

Arteta bremst den hype – intern nicht

„Es reift ein Selbstverständnis, das weit über TikTok-Highlights hinausgeht“, sagt ein Klub-Insider. Mikel Arteta habe den Begriff „Anesthetic Football“ intern sogar geprägt – Narkose-Fußball, der Gegner erst einschläfert und dann trifft. Die Spieler feiern es. Kai Havertz postete nach Leverkusen nur ein Emoji: 🧊. Kalte Effizienz.

Sammer, einst als Bayern-Sportdirektor für klare Sprache bekannt, sieht Parallelen: „2013 haben wir auch gefragt: Spielt Bayern schön? Wir haben das Triple geholt. Danach fragt keiner mehr nach Stil.“ Die Message an die Premier-League-Konkurrenz: Wer in Mai noch diskutiert, statt zu feiern, war im März schon chancenlos.

Die Champions-League-Uhr tickt weiter. Am 11. April zieht Arsenal ins Viertelfinale, das Los kann Real Madrid lauten. Dann wird wieder über Taktik geredet. Sammer wird wieder zuhöhen – und warten, bis die Pokale sprechen.