Sammer löst berater-wut aus: „abschaffen!“ – dfvv schlägt zurück

Sammer fordert abschaffung von spielerberatern

Die Fußballwelt ist in Aufruhr! Matthias Sammer, der Europameister von 1996, hat mit einer scharfen Kritik an Spielerberatern für heftige Reaktionen gesorgt. Bei Sky äußerte er den Wunsch, den gesamten Beraterstand „abschaffen“ zu wollen. Seine Begründung: Hohe Honorare, unnötige Vermittlung und eine ungünstige Konstellation zwischen Spieler und Verein.

Auslöser: upamecano-verhandlungen

Auslöser: upamecano-verhandlungen

Konkret ging es Sammer um die Forderungen der Berater von Dayot Upamecano (27) im Rahmen seiner Vertragsverlängerung beim FC Bayern München. Diese sollen eine sofortige Auszahlung des Handgeldes gefordert haben, anstatt einer gestaffelten Zahlung über die Vertragslaufzeit. Trotz der anfänglichen Kontroversen kam es letztlich zu einer Einigung.

Hoeneß stimmt sammer zu

Hoeneß stimmt sammer zu

Auch Uli Hoeneß, der langjährige Bayern-Patron, zeigte sich enttäuscht vom Vorgehen der Upamecano-Berater. Er bezeichnete deren Verhalten gegenüber dem kicker als „entsetzlich“. Diese Kritik verstärkte die ohnehin schon angespannte Situation und führte zu einer deutlichen Stellungnahme der Berater.

Dfvv schießt gegen sammer

Die Spielerberater-Vereinigung (DFVV), vertreten durch die Geschäftsführer Dominic Kaesberg und Phillip Wehler, wies Sammers Aussagen in einer Stellungnahme scharf zurück. Sie argumentierten, dass seine Kritik zu kurz greife und pauschalisierend sei. Die DFVV betonte, dass die Rolle der Berater im modernen Profifußball unerlässlich sei.

Komplexe welt des profifußballs

„Der Profifußball ist heute ein hochkomplexes juristisches, wirtschaftliches und internationales Umfeld“, erklärten die DFVV-Geschäftsführer. Sie wiesen darauf hin, dass Spieler ohne spezialisierte Beratung kaum in der Lage seien, Vertragsverhandlungen, Haftungsfragen oder internationale Transfers erfolgreich zu bewältigen. Berater würden sowohl Spielern als auch Vereinen als Interessenvertreter und rechtliche Absicherung dienen.

Vereine sind auf berater angewiesen

Die DFVV betonte zudem, dass Vereine oft selbst die Hilfe von Beratern in Anspruch nehmen, insbesondere bei Transfers, bei denen ihnen Netzwerke fehlen. Die Unterstützung der Berater kann jedoch kostspielig sein. Der FC Bayern gab in der Saison 2023/24 rund 51 Millionen Euro an Beraterhonoraren aus.

Ungleichgewicht zwischen talenten und vereinen

Die Stellungnahme der DFVV hob hervor, dass die Rolle der Berater besonders wichtig sei, um ein Ungleichgewicht zwischen jungen Talenten und professionellen Vereinen auszugleichen. Berater würden die Interessen der Spieler vertreten und für eine faire Behandlung sorgen.

Wittmann kritisiert sammer scharf

Roger Wittmann, Chef der Agentur Rogon, schloss sich der Kritik an Sammer an. Er sagte gegenüber Sky, Sammer habe kein Recht, etwas abzuschaffen, und solle zuerst bei sich selbst anfangen, da er selbst als Berater tätig war. Wittmann bezeichnete Sammers Aussagen als „dummes Zeug“ und „Informations-Müll“.

Sammers vergangenheit als berater

Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass Sammer selbst in der Vergangenheit als Spielerberater aktiv war. Er hatte dies 2018 in einer Gerichtsverhandlung im Zusammenhang mit dem Transfer von Felix Uduokhai vom TSV 1860 München zum VfL Wolfsburg ausgesagt. Er gab an, den Transfer selbst gemanagt zu haben, als Berater in der Agentur seines Sohnes.