Sammarco zieht harte bilanz: „letzte 30 meter waren ein desaster“
Verona – Der Traum von der Rettung zerbarst am Sonntagnachmittag im eigenen Stadion. Hellas Verona verlor gegen Genoa 0:2, und Trainer Paolo Sammarco musste sich nach Abpfiff die Frage gefallen lassen, warum seine Mannschaft nur sieben Tage nach dem Hoffnungsschrei von Bologna wieder auf dem Boden der Serie-A-Realität aufschlug.
„Wir haben die zone vor dem tor verlernt“
„Wir haben die Zone vor dem Tor verlernt“, sagte Sammarco mit schwerer Stimme. „Genoa hat uns die Räume genommen, aber das erklärt nicht, warum plötzlich kein Pass mehr ankommt und keiner mehr die Lücke sieht.“ Schon vor dem Seitenwechsel hatte der Gegner das Spiel durch einen späten Treffer gekippt. Die Konzentration brach weg, die Zweikämpfe wurden halbherzig. Die Kurve pfiff erste Male.
Der Coach hatte eigentlich auf Salim Sarr gesetzt, den Stürmer weit weg von dessen natürlicher Position, um das Genueser Abwehrbollwerk zu sprengen. Die Idee blieb eine Theorie. „Salim war kaum erkennbar, aber er ist nicht allein schuld. Keiner hat die Außenbahn besetzt, keiner hat die Lücke zwischen den Innenverteidigern gefunden“, so Sammarco.
Die Statistik ist gnadenlos: In den letzten fünf Heimspielen erzielte Verona nur ein Tor – und das per Elfmeter. Das Bentegodi verwandelt sich langsam in ein magisches Viereck, in dem Gegner unbeschweter spielen und Hausherren sich selbst bezwingen.

Belghali und suslov: comeback mit fragezeichen
Mit Imran Belghali und Tomáš Suslov brachte Sammarco zwei Spieler, die zwischen Muskelfaser und Hoffnung schwankten. Belghali war zwei Monate raus, Suslov kämpft mit einer Schulterverletzung. „Ich brauchte frische Beine und Charakter. Was ich bekam, war Einsatz, aber keine Durchschlagskraft“, sagte der Trainer offen.
Die Uhr tickt. Nach 28 Spieltagen steht Verona bei 19 Punkten, fünf Zähler trennen das Team vom rettenden Ufer. Die Liga verliert sich in der Ferne, die Gesichter im Mixed Zone verlieren sich im Tunnelblick. „Wir haben die Pflicht, jeden Tag zu arbeiten, das sage ich nicht, weil es gut klingt. Es ist ein Befehl an mich selbst“, so Sammarco.
Am Horizont erscheint schon der nächste Gegner: Auswärts bei Lazio Rom. Dort wird Verona wieder als Außenseiter in die Kabine gehen. Aber vielleicht ist genau das der Moment, wenn die Last der Erwartung endlich abfällt – und die Mannschaft erkennt, dass der letzte Satz der Saison noch nicht geschrieben ist.
