Saarbrücken fährt nach duisburg: bretschneider jagt den ex-klub
Der 1. FC Saarbrücken reist mit frischem Selbstvertrauen, aber nur 48 Stunden Erholung ins Schattenreich der Duisburger Arena. Dort wartet am Sonntag (16.30 Uhr, Live auf SR.de) mit dem MSV der beste Heimblock der Liga – und auf Niko Bretschneider ein ganz persönlicher Faustkampf.
Bretschneider kennt die schleusen, die ihn nun zuschlagen sollen
„Da kommt eine Wucht auf uns zukommen“, sagt der Innenverteidiger, der von 2020 bis 2022 selbst das Zebramuster trug. 48 Punkte hat Duisburg vor eigenem Publikum gesammelt, nur zwei Mal verlor die Mannschaft von Ralf Aussem. Bretschneider war damals Mittelstürmer der Defensive, heute ist er Anführer einer Hintermannschaft, die endlich wieder eine Null stehen ließ. „Wir haben gegen Wehen bewiesen, dass wir in die Zweikämpfe gehen. Genau das werden wir in Duisburg vervielfachen müssen.“
Die Zahlen sprechen für sich: Seit sieben Heimspielen kassierte der MSV nur vier Gegentore – drei davon in der 1:6-Klatsche gegen eben jene Wehen Wiesbaden, die Saarbrücken am Mittwoch mit 2:0 besiegte. Ein Zufall? Trainer Argirios Giannikis lacht nicht. „Das ist die beste Heimmannschaft der Liga. Wenn wir nicht von der ersten Minute an die Nase voll haben, werden wir zur Halbzeit schon wieder untergehen.“

Müdigkeit sitzt zwischen den ohren – nicht in den waden
Englische Woche hin oder her: Die 72 Stunden zwischen dem Schlusspfiff gegen Wiesbaden und dem Anpfiff in Duisburg nutzte der Coach, um seine Spieler auf den Kopf zu stellen. „Die Müdigkeit sitzt hier“, sagt Giannikis und klopft sich an die Stirn. „Wer denkt, dass 42 Kilometer Laufleistung reichen, wird am Sonntag vom Rasen gefegt.“
Die Lösung: Frisches Blatt, alte Wut. Maurice Multhaup, der mit seinem Kopfball nach Ecke den Bann gegen Wehen brach, soll erneut als falsche Neun fungieren. Davor agiert Patrick Schmidt, der gegen Duisburg schon vier Mal traf. Auf der Bank schmort Neuzugang Gaëtan Krebs, der als Co-Trainer für neue Impulse sorgt. Ein Luxus, den sich Saarbrücken in der Abstiegszone sonst nicht leisten konnte.
Die Drohung kommt aus dem eigenen Lager. Fan-Initiativen hatten nach der 0:3-Pleite in Schweinfurt ihre Unterstützung ausgesetzt. 90 Minuten lang blieb die Nordkurve leer. Gegen Wehen kehrten sie zurück – allerdings mit erhobenem Zeigefinger. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Bretschneider. „Aber ein einziger Sieg reicht nicht, um das Vertrauen zurückzugewinnen.“

Duisburg will revanche für die 1:6-blamage
Beim MSV brodelt es. Nach der Demontage in Wiesbaden forderte Sportdirektor Boris Schommers öffentlich „eine Reaktion mit Ansage“. Die wird kommen, verspricht Aufstiegsheld Moritz Stoppelkamp. „Wir haben Saarbrücken nichts zu schenken. Die wollen punkten, wir wollen springen.“
Springen auf Platz zwei. Mit einem Sieg könnte Duisburg den Anschluss an den Relegationsplatz perfekt machen. Die Quoten sprechen klar: Buchmacher sehen die Zebras bei 1,45 – Saarbrücken wird mit 5,50 zum Außenseiter erklärt. Aber genau diese Rolle liebt der FCS. „Wenn wir die Müdigkeit aus den Köpfen kriegen, können wir ihnen wehtun“, sagt Bretschneider und zieht sich das Trikot seines Ex-Klubs aus dem Kopf.
Anpfiff ist um 16.30 Uhr, der Audiostream läuft auf SR.de. Wer danach noch mehr will: Im Anschluss zeigt das SR Fernsehen in der „sportarena“ die Highlights. Die Tabelle danach? Die kann sich sehen lassen – oder eben auch nicht.