Rumäniens trauma-doppelpack: wm-aus und lucescu im krankenhaus

Die Luft im rumänischen Teamhotel in Bukarest bleibt nach dem WM-K.o. dünn. Jetzt liegt auch noch Mircea Lucescu, 80 Jahre und 240 Tage alt, mit Herzrhythmusstörungen auf der Intensivstation. Die Spieler flogen ohne ihn nach Bratislava – ein Freundschaftsspiel, das niemand mehr will.

Was genau am sonntagmorgen passierte

Während der Videobesprechung vor dem letzten Training sackte Lucescu auf dem Stuhl zusammen. Die Ärzte rissen ihn binnen Sekundenbruchteilen in die stabile Seitenlage, Sauerstoff, Elektrokardiogramm, Notarztspritze. „Herzarrhythmie, leicht erhöhtes Troponin“, lautet die erste Diagnose. Stabil, aber nicht entlassbar.

Der Verband bestätigt, dass der Coach „bei Bewusstsein und gesprächsfähig“ ist. Trotzdem bleibt er zur Überwachung in der Klinik. Co-Trainer Ionel Gane übernimmt – schon wieder. Bereits im Oktober, beim 3:2 in Zypern, saß Gane wegen eines leichten Infarks seines Chefs auf der Bank.

Warum das spiel trotzdem stattfindet

Warum das spiel trotzdem stattfindet

Rumänien bat die slowakische Föderation um Verlegung. Antwort: Nein. Vertraglich verankert, TV-Rechte, Stadion bereits voll, so die knappe Begründung. Also fliegt eine Mannschaft, die ihre Seele in Istanbul verloren hat, zu einem Test, den niemand braucht. Die Spieler sollen laut Verband „ihre Gefühle verarbeiten und den Coach nicht im Stich lassen“. Klingt nach Pflicht statt Kraft.

Galatasaray, einst Lucescus Klub, twitterte Genesungswünsche. Auch die türkische FA meldete sich – Ironie der Geschichte: Genau dort, in der Türkei, war das WM-Tor, das Rumänien zerstörte. 0:1 in der 88. Minute, Irfan Can Kahveci traf, Lucescu stand mit zusammengebissenen Zähnen an der Seitenlinie. Jetzt ist er 900 Kilometer entfernt, angeschlossen an einen Defibrillator.

Die größere frage: wie lange hält der körper?

Die größere frage: wie lange hält der körper?

Seit seiner Rückkehr 2024 wurde Lucescu zweimal wegen Herzproblemen behandelt. Der Verband verlängerte dennoch bis 2026 – ein Altersrekord als Marketinggag? Die Realität sieht anders aus: Kein WM-Ticket, ein Team ohne Spiellogik, jetzt ein leerer Stuhl auf der Bank. Gane ist kompetent, aber er ist nicht der Patriarch, der Spieler mit einem Handwink zur Bestleistung treibt.

Lucescu selbst soll gesagt haben: „Ich habe zwei Herzen – eines für Rumänien, eines für das Spiel. Beide klopfen ungleich.“ Ob sie je wieder im Takt kommen, entscheidet sich nicht im Stadion, sondern auf der Intensivstation. Die nächsten 48 Stunden sind laut Klinik „ausschlaggebend“. Danach steht die Frage im Raum, ob ein 80-Jähriger dem rücksichtslosen Kalender der UEFA trotzen kann.

Rumäniens Spiel in Bratislava endet am Ende der 90 Minuten. Die wirkliche Partier dauert länger – und sie spielt außerhalb des Rasens.