Odermatt kauft sich frei: skistar wird schweizer on-version
Marco Odermatt schaltet vom Riesenslalom in den Business-Modus. Der Gesamtweltcup-Champion sichert sich eine Beteiligung von bis zu 20 Prozent am Innerschweizer Start-up Gaisbock – und verrät, dass er sich mit Roger Federers On-Deal vergleicht.

Warum ein superstar plötzlich deos produziert
Die Rechnung ist simpel: Wer in der Schweiz Weltcup-Rennen dominiert, kann auch den Heimatmarkt für Sportpflege erobern. Odermatt hat die Formel verstanden. „Ich bin kein stiller Investor“, sagt er der Sonntags Zeitung. „Ich teste, schwitze, schicke Feedback.“ Die neue Regenerations-Serien-Linie entsteht ebenfalls in der Schweiz – ein bewusstes Kontra-Programm zur Global-Offensive der Konkurrenz.
Gründer Ramon Riebli liefert das chemische Know-how, Odermatt liefert die Glaubwürdigkeit. Ein Duo, das sich im vergangenen Winter in intensive Telefonaten zusammenschweißte. Drei Produkte sind schon im Handel, die Seren sollen folgen. Der Fokus: Männerhaut nach 2.000 Höhenmeter-Abfahrten. Die Preise: im Premium-Segment, aber noch unter denen der Luxus-Konkurrenz.
Die Federer-Analogie ist kein Zufall. Auch der Tennis-Gott stieg 2010 bei On ein, als die Laufschuhe noch in Keller-Wohnungen verpackt wurden. Heute ist On 10 Milliarden Franken schwer. Odermatt will die nächste Schweizer Erfolgsstory skizzieren – nur eben mit Deos statt Dämpfung. Ob er damit rechnet, jemals Michael-Jordan-Niveau zu erreichen? „Ich will nicht der neue Jordan sein“, lacht er, „aber ein bisschen Zürcher Street-Cred wäre schon nice.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Schweizer Körperpflegemarkt wächst jährlich um 4,8 Prozent, Sport-Subsegmente sogar um 7,3 Prozent. Gaisbock kann also kräftig mitschwimmen – wenn die Marke die Nervosität der Banken besiegt. Erste Gespräche mit Coop und Migros laufen, ein Online-Shop ist live. Das Ziel: 15 Millionen Franken Umsatz binnen drei Jahren. Danach Export nach Deutschland und Österreich.
Odermatt selbst bleibt weiter auf der Piste, wo er nächste Saison seinen dritten Gesamtweltcup in Folge anpeilt. Zwischen den Torstangen wird er bald mit dem Gaisbock-Logo auf der Helmvisiere werben – subtil, aber sichtbar. Ein kleiner Schriftzug, der viel verkaufen kann. Denn wenn der aktuell beste Skifahrer der Welt etwas unter die Arme nimmt, schauen Sponsoren hin. Und Kunden auch.
