Rugby-star kildunne: kampf gegen essstörung und tdah

Ellie Kildunne, die herausragende Spielerin des englischen Teams beim letzten Weltcup, hat in einem erschütternden Geständnis ihre persönlichen Dämonen offenbart. Die Top-Performerin des Turniers kämpfte während der Pandemie mit einer Essstörung und einer damit verbundenen Gewichtsabnahme, die in selbstzerstörerisches Verhalten mündete. Ihre Geschichte ist ein Appell an andere Sportlerinnen und Sportler, die ähnliche Erfahrungen machen.

Die kontrolle verlieren: ein teufelskreis aus sport und ernährung

Die Welt des Sports ist geprägt von Leistung und Disziplin, von ständigen Zielen und dem Streben nach Perfektion. Doch was passiert, wenn diese Kontrolle plötzlich genommen wird? Für Kildunne bedeutete der Lockdown den Verlust ihres gewohnten Umfelds, der Trainingsmöglichkeiten und der Unterstützung durch das Team. Sie suchte Halt in exzessivem Laufen, um ein Gefühl der Kontrolle zu erlangen, und verfiel in einen Teufelskreis aus Bewegung und restriktiver Ernährung. „Ich konnte sehen, dass ich abnahm, aber ich wollte noch mehr abnehmen“, gesteht sie offen.

Die Dismorphie, die sie erlebte – das Gefühl, im Spiegel ein verzerrtes Bild von sich selbst zu sehen – verschärfte die Situation zusätzlich. Als kleine Spielerin fühlte sie sich im Rugby oft unterschätzt, während sie sich in ihrem Kopf als groß und unpassend wahrnahm. Diese innere Zerrissenheit führte zu einer gespannten Beziehung zum Essen.

Die Folgen waren dramatisch: Eine Stressfraktur im Knie, ausgelöst durch den Mangel an Muskelmasse und Energie, zeugte von den körperlichen Auswirkungen ihrer Verhaltensweisen. Auch im Übergang vom Rugby Sevens zum Rugby Fifteen offenbarte sich die Schwäche: fehlende Kraft, Unsicherheit im Zweikampf und ein Verlust an Selbstvertrauen.

Ein wendepunkt durch offene worte und eine diagnose

Ein wendepunkt durch offene worte und eine diagnose

Der entscheidende Moment kam, als die Physiotherapeutin Emily Ross, mit der Kildunne bereits zuvor zusammengearbeitet hatte, nicht nur ihren körperlichen Zustand, sondern auch ihre emotionale Verfassung beurteilte. „Ich habe angefangen zu weinen. Ich hatte lange darauf gewartet, dass mir jemand so eine Frage stellt“, erinnert sich Kildunne. Dieses Gespräch markierte den Beginn ihrer Genesung, unterstützt von ihrem Umfeld und der Erkenntnis, dass sie nicht allein ist.

Im Jahr 2025 erhielt Kildunne zudem die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung), was viele ihrer Verhaltensmuster erklärte und ihr half, ihre Ernährung unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Die bewusste Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Ernährung für ihre Leistungsfähigkeit und praktische Maßnahmen wie ablenkungsfreies Essen haben ihren Weg zurück in die Gesundheit geebnet.

Kildunne ist sich bewusst, dass der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. „Ich würde nicht sagen, dass ich jetzt ein schlechtes Verhältnis zum Essen habe, aber es ist etwas, worauf man immer achten muss.“ Ihre Offenheit ist ein Zeichen von Stärke und ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung für psychische Gesundheit im Sport. Die Geschichte von Ellie Kildunne ist mehr als nur die Geschichte einer herausragenden Athletin; sie ist ein Spiegelbild der Herausforderungen, mit denen viele Sportlerinnen und Sportler konfrontiert sind, und ein Beweis für die Kraft der Ehrlichkeit und des Mutes.