Rüdiger bricht sein schweigen: „ich bin kein schläger, ich bin mensch“
Antonio Rüdiger hat genug. Nach Tagen des Shitstorms wegen seines umstrittenen Knie-Einsatzes gegen Diego Rico schlug der Real-Verteidiger am Montag zurück – und ließ dabei die Maske des kühlenden Profis kurz fallen.
„Wenn ich ihn absichtlich treffen wollte, läge er heute noch“, sagte Rüdiger mit rauer Stimme. Die Bilder, die in Zeitlupe durchs Netz gingen, seien ein „Fake-Kino“, betonte er. „Ihr seht drei Frames. Ich sehe 15 Jahre Straßenfußball, in denen ich gelernt habe, wo die Grenze ist.“
Rico warf ihm vorsatz vor – rüdiger zieht die karte menschlichkeit
Der Getafe-Linksverteidiger hatte nach dem Liga-Spiel Anfang März öffentlich angezweifelt, dass das Knie gegen seinen Kopf ein „Normalschal“ war. Rüdiger kontert nun mit einem Gespräch, das es angeblich direkt nach dem Abpfiff gab. „Ich habe ihn gefragt: ‚Bruder, geht’s dir gut?‘ Er hat genickt. Dass er zwei Tage später auf Instagram ausrastet, ist sein gutes Recht. Aber ich bin kein Monster.“
Die Stimmung im Madrid-Kreis ist aufgeheizt. Trainer Ancelotti habe intern klargestellt, dass niemand den Club in den sozialen Medien vertritt – außer der Klub selbst. Rüdigers Pressekonferenz wurde deshalb auf Vorrat aufgenommen, bevor die Mannschaft nach Manchester flog.

Vor city-topp: „wenn du die krone willst, musst du den krieger schlagen“
3:0 aus dem Hinspiel, trotzdem redet niemand im Real-Lager vom Viertelfinal-Einzug. Rüdiger schon gar nicht. „Ich habe 2022 gesehen, wie City uns mit 4:0 weggepustet hat, nachdem wir im Bernabéu geführt hatten.“ Die Erinnerung brennt noch. „Diese Jungs hier haben keine Angst vor 90 Minuten Hölle. Aber sie haben Respekt vor mir – und ich vor ihnen.“
Sein Vertrag läuft im Sommer aus, das Thema blockt er ab. „Ich bin 33, aber meine Wade sagt mir jeden Morgen, dass sie 25 ist.“ Die Verhandlungen laufen, verspricht er, „auf Augenhöhe“. Kein Flehen, kein Ultimatum. „Wenn es passt, bleibe ich. Wenn nicht, trage ich mein Trikot woanders mit genau demselben Stolz.“
Er verlässt den Saal ohne Lächeln, dafür mit einem Satz, der hängen bleibt: „Ich bin kein Heiliger. Aber ich bin auch kein Verbrecher. Ich bin einfach ein Verteidiger, der seinen Job bis zur letzhen Sekunde macht.“
