Gc wirft scheiblehner raus – letzter tabellenplatz wird teuer

Gerald Scheiblehner ist weg. Die Grasshoppers trennen sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Cheftrainer, nachdem das Team sieben Ligaspiele in Folge ohne Sieg blieb und beim 1:5 gegen Thun die letzte Patience zerbrach.

Die Nachricht kommt zwar nicht überraschend, doch die Eile überrascht. Erst am Samstagabend hatte Sportchef Alain Sutter noch öffentlich den Rückhalt seines Trainers betont, 48 Stunden später flattert die Kündigung durchs Büro. Sieben Punkte aus 13 Spielen im Kalenderjahr 2026 – das reicht selbst beim Traditionsclub nicht als Arbeitsvisum.

Die zahlen lügen nicht – und der abstand schmilzt

Der Rückstand auf den direkten Abstiegsrang beträgt nur noch fünf Zähler, weil Winterthur am Sonntag Luzern schlug und die Grasshoppers damit auf Platz neun durchrutschten. Seit 13 Partien warten die Zürcher auf einen Dreier, die Tordifferenz liegt bei 11:27. Kein Klub der Super League kassierte mehr Gegentreffer, keiner traf so selten aus dem Spiel heraus.

Intern brodelte es schon länger. Spieler wie Bendeguz Bolla und Mamadou Kaly Sène hatten sich in internen Gesprächen über fehlende taktische Anpassungen beschwert, die Defensive wirke seit Wochen wie ein offenes Tor. Scheiblehner versuchte es mit einem Fünfer- und dann mit einem Viererketten-System, doch die Stabilität blieb aus. Die 1:5-Pleite gegen Thun war nur die quantifizierte Wut der Fans.

Messner übernimmt – mit gashi und viel altlast

Messner übernimmt – mit gashi und viel altlast

Interimistisch springt nun Gernot Messner ein, bisher Coach der U21, ein Mann, der in Graz schon einmal eine Mannschaft vor dem Abstieg rettete. An seiner Seite: Shkelzen Gashi, Ex-Natispieler und Idol vieler Youngsters im Kader. Die Devise lautet: sieben Finali bis Saisonende, alles andere als der Klassenerhalt wäre eine Katastrophe für die Marke GC.

Die Frist ist knapp. Bereits am Samstag gastiert der Club in St. Gallen, dann folgen die direkten Duellen gegen Luzern und Winterthur – jene Teams, die aktuell den Relegationsplatz belegen. Für Messner geht es nicht nur um Punkte, sondern auch darum, die Kabine wieder zu einen. Der eingekleidete Rückhalt für Scheiblehner war in den sozialen Medien binnen Minuten zerrissen worden, Hashtags wie #SutterRaus trendeten. Der Sportchef steht nun ebenfalls unter Beobachtung.

Die Kurve wird nicht mehr lange warten. Rund 15 000 Dauerkarteninhaber fordern vor allem eins: Siege. Ob Messner sie liefern kann, entscheidet sich zwischen jetzt und Mitte Mai. Sonst droht dem Rekordmeister erstmals seit 2012 der Gang in die Challenge League – und das wäre mehr als nur ein sportlicher Tiefschlag, das wäre ein Imageschaden in Millionenhöhe.