Roter stern schmeißt bayern raus: euroleague-traum zerplatzt schon vor lyon-spiel
Die Nacht von Vitoria-Gasteiz dauerte nur fünf Minuten länger, reichte aber, um Bayerns Euroleague-Saison endgültig zu killen. Als Roter Stern Belgrad nach zweimaliger Verlängerung mit 108:100 bei Baskonia gewann, erlosch in München auch die letzte Fünf-Prozent-Hoffnung auf die Play-ins. 20 Niederlagen, 13 Siege – die Zahlen lügen nicht, und sie schicken die Münchner schon vor dem heutigen Duell mit Schlusslicht ASVEL Lyon in den vorzeitigen Winter der Königsklasse.
Pesic versammelt die truppe – und sucht antworten
Svetislav Pesic hatte seine Spieler umgehend ins Video-Cafe bestellt. Kein Geschrei, kein Tellerwurf – nur das dumpfe Gefühl, eine Saison mit offenen Visier verpatzt zu haben. „Wir haben zu viele enge Spiele weggegeben“, sagte ein Betreuer, „und jetzt bestraft uns die Tabelle mit Eis kalt.“ Der SAP Garden wird an diesem Donnerstag trotzdem ausverkauft sein, doch der europäische Zusatzgeschmack ist weg. Nur noch fünf Spiele, dann Schluss – und das letzte Heimspiel am 1. April gegen Titelverteidiger Fenerbahce schon jetzt restlos verramscht.
Die Blaupause für das Debakel liefert ein Blick auf die Details: Bayern versiebte in Crunch-time 47 % der Freiwürfe, kassierte 12 Offensiv-Rebounds in zwei aufeinanderfolgenden Top-Spielen und fand keinen Zugriff auf die neue Pick-and-Roll-Regel, die die Euroleague dieses Jahr verschärft hatte. Die Folge: ein Minus von 3,4 Punkten pro Viertel in den letzten fünf Minuten – nur Anadolu Efes war noch schwächer.

National hängt alles an einem seidenen faden
Draußen in der Liga sieht die Welt noch rosa-rot aus. Bayern führt die BBL-Tabelle, hat die Play-offs im Visier, die im Mai starten. Doch der Pokal-Halbfinaleinzug gegen Bamberg steckt den Spielern noch in den Knochen – drei Tage nach dem Rauswurf gab es intern ein „Warum-nur-Spiel“, bei dem die Videoschnitte der Euroleague-Fehler im Loop liefen. Sport-Geschäftsführer Daniele Baiesi betont: „Wir haben zwei Monate, um die mentale Scharte aus der Königsklasse zu verarbeiten.“
Die Frage lautet nicht mehr, ob das Budget für nächste Saison sinkt, sondern wie stark. Die Liga-Einnahmen allein decken nur 62 % des aktuellen Kaderumsatzes. Die Münchener Bosse müssen nun pokern: Verjüngung oder Star-Import? Ein Scout rückt ins Blickfeld: der erst 19-jährige litauische Flügel Tubelis, der in Kaunas gerade gegen Bayern sein Poster-Slam verpasste und als möglicher Low-risk-High-reward-Coup gilt.
Für die Fans bleibt ein Fazit, das wehtut: International war diese Saison ein Lehrgeld, national wird sie über Erfolg oder Scheitern entscheiden. Wer in München Titel will, muss jetzt liefern – sonst wird der SAP Garden nächsten Herbst kein einziges Mal europäisch erstrahlen. Die Uhr tickt, und sie hat keinen Snooze-Button.