Kerber holt ivanović zurück – bad homburg wird zur zeitmaschine

Angelique Kerber schlägt noch einmal auf. Zwei Jahre nach ihrem Abschiedt sagt sie dem Court ein letztes Date zu – und lädt genau die ein, mit der sie ein ganzes Tenniszeitalter geteilt hat: Ana Ivanović.

Der 20. Juni verwandelt das Bad Homburger Rasenturnier in eine private Zeitkapsel. Kerber, 38, Turnierdirektorin und 2021 noch selbst Siegerin, bestätigte dem Bild das Showmatch gegen ihre früere Zimmerkollegin von der Tour. „Es ist die perfekte Bühne für einen besonderen Tag mit vielen Emotionen“, sagt sie. Und meint damit nicht nur die 3.000 Zuschauer im Stadion, sondern auch die beiden, die sich seit Teenagerzeiten duellieren.

Ivanović will nichts verschenken – und das ist programm

Ivanović will nichts verschenken – und das ist programm

Die Serbin, 2008 Grand-Slam-Gewinnerin und fast zwei Jahre älter als Kerber, hatte ihre Karriere 2016 beendet. Seither war sie kaum auf dem Court zu sehen. Jetzt nimmt sie den Schläger wieder auf – „weil Angie fragt“. Und weil sie weiß: Diese Partie ist kein Freundschaftsspiel. „Wir kennen uns wirklich schon sehr lange, sie ist eine meiner besten Freundinnen“, sagt Kerber. „Und trotzdem wird sie mir beim letzten Mal nichts schenken.“

Das Match eröffnet den WTA-Etat in Bad Homburg, jenes Turnier, das Kerber mitgegründet und 2021 noch selbst gewonnen hat. Damals im Finale gegen Petra Kvitova. Heute sitzt sie im Büro, schreibt das Tableau, bestellt das Catering – und zieht sich selbst das Nike-Trikot über. Ein Doppelleben, das nur im Tennis möglich ist.

Für die Zuschauer wird es ein Crashkurs in Nostalgie: zwei Spielerinnen, die zusammen 34 Grand-Slam-Halbfinals bestritten, 57 Wochen die Weltrangliste anführten und ein Dutzend Finals gegeneinander spielten. Das letzte Mal 2016 in Rom. Damals gewann Kerber in drei Sätzen. Jetzt zählt nur noch der Applaus.

Danach ist Schluss. Kein Comeback, kein zweites Kapitel. „Ein Kreis schließt sich“, sagt Kerber. Und der hat in Bad Homburg dieselbe Farbe wie der Rasen: tiefgrün, ein bisschen verblasst, aber noch längst nicht vergessen.