Rom-bang: milan jagt meister-traum – sarri steht mit lazio nur noch mittendrin

60 Punkte aus 28 Spielen, ein Torhüter, der die Serie A anführt, und ein Trainer, der nach Turin zurückkehrt, wo ihn einst niemand mehr wollte. Das ist kein Lazio-Milan, das ist ein Statement.

Guida pfeift – und milan kann geschichte schreiben

Marco Guida aus Torre Annunziato leitet das Spitzenspiel am Sonntagabend im Olimpico. Für Milan winkt bei einem Sieg die 63-Punkte-Marke nach 29 Partien – nur das zweite Mal in 20 Jahren. Die letzten Male: 2011/12 und 2021/22. Beide Male wurde nicht Meister. Die Moral? Zahlen lügen nie, aber sie erzählen auch nicht die ganze Wahrheit.

Die Formationen stehen. Sarri rotiert wieder durch, weil er kann. 4-3-3 mit dem 19-jährigen Edoardo Motta zwischen den Pfosten – vor einem Jahr noch Reggiana-Reserve, heute Ligastart gegen Leao und Pulisic. Allegri antwortet mit 3-5-2, Modric als Regisseur, De Winter als neuer Dreier-Verbund. Der Kroate ist 38, der Niederländer 22. Milan baut Brücken, Lazio baut um.

Maldini gegen milan – und ein tare, der erstmals als ex zurückkommt

Maldini gegen milan – und ein tare, der erstmals als ex zurückkommt

Daniel Maldini trägt diesmal das hellblaue Trikot. Sein Vater Paolo blickt von der Tribüne – und weiß, dass Sohnemann den Familiennamen erstmals gegen die Rossoneri aufs Spiel bringt. Igli Tare, früher Lazio-Sportdirektor, sitzt erstmals auf der Gegenseite. Sarri und Allegri? Ein Toskaner-Duell ohne Knuddeln. 2019 löste der eine den anderen bei Juve ab, heute kämpfen sie um unterschiedliche Ziele: der eine um den Titel, der andere um Identität.

DAZN überträgt kostenlos, die App startet um 20.45 Uhr. Wer streamt, sieht auch die Emotionen hinter den Kulissen: Tomori, der gegen seinen ehemaligen Klub London-English spricht, während Motta seine Handschuhe in der Kabine zurechtrückt – ein Junge, der vor zwei Jahren noch in der Primavera stand.

Milan gewann das Derby, Lazio flog aus dem Pokal. Jetzt treffen sie wieder aufeinander. Einer will nach oben, der andere sucht den Grund. Die Serie A ist kein Ponyhof – und schon gar kein Spielplatz für Sentimentalitäten.