Culbreath zerlegt bayern-flügel und schreibt leverkusener märchen weiter
Montrell Culbreath lief zum zweiten Mal in der Startelf auf und spielte sich gegen den FC Bayern in die Köpfe von ganz Europa. Der 18-Jährige schickte Luis Diazschon nach fünf Minuten in die Lektion, presste den Ball weg, Bayer zog den Konter – 1:0. Die Kurve war gesetzt.
77 Prozent Zweikampfquote, 13 Duelle, ein halber Meter neben den Pfosten. Das reicht, um in der Kabine Applaus von Schick und Co. zu bekommen und Trainer Hjulmand zum nächsten Satz zu treiben: „Er fällt nie aus dem Spiel.“
Der junge, der vor dem spiel noch grimaldos trikot träumte
Kurz vor Mitternacht stand Culbreath in der Mixed-Zone, Haare nachwachsend unter der Kappe, Stimme noch hell. Er sprach, als wäre das alles ganz normal. „Das war eine normale Balleroberung“, sagte er zu dem Moment, als Diaz sich umdrehte und nur Luft traf. Kein Pathos, keine Show. Dafür ein Lächeln, das sagt: Nächstes Mal fliegst du rein, Konrad Laimer.
Die Zahl, die wirklich zählt: 2023 kam er aus Kaiserslautern, 2024 steht er in der Champions-League-Startelf. Dreimal Bundesliga, zweimal Königsklasse, ein Tor in Leipzig. Das ist keine Erfindung, das ist ein Zeitplan, der sich selbst schreibt.

Hjulmand setzt auf kleine spielformen statt auf stars
Der Däne testete Culbreath in engen Räumen, nicht auf dem großen Platz. „Und er hat mich überzeugt“, sagt er. Die Botschaft an Tape und Oermann: Ihr sitzt, weil der Kleine zupackt. Leverkusen lebt vom Prinzip Leistung, nicht vom Etikett.
Culbreath selbst weiß, dass der nächste Sturmlauf kommt. „Ich bin noch jung, ich habe nichts zu verlieren.“ Das klingt wie ein Spruch, ist aber die nüchterne Rechnung eines Teenagers, der schon verstanden hat: Wer nichts zu verlieren hat, kann alles gewinnen.
Bayer hat einen neuen Flügelmann, die Liga hat einen neuen Namen und Diaz weiß jetzt, wie schnell sich eine Karriere drehen kann. Nächster Gegner: Stuttgart. Culbreath wird wieder spielen, wieder pressen, wieder lächeln. Und wieder wird jemand fragen: Wer ist dieser Typ? Die Antwort lautet dann: Der, der vor einem Jahr noch mit der U19 busfuhr und heute die Bayern-Abwehr entzaubert.
