Romano schmid wirft chukwuemeka und wanner keine brocken – er will mitspielen
Romano Schmid lacht, als er gefragt wird, ob er jetzt Angst vor der Konkurrenz haben müsse. Carney Chukwuemeka und Paul Wanner, zwei Chelsea- und Bayern-Talente mit Premier-League-DNA, haben sich für Österreich entschieden. Schmid antwortet mit dem Selbstbewusstsein eines Mannes, der 29 Länderspiele vorweisen kann: „Ich freue mich, dass sie jetzt mit mir spielen, nicht gegen mich.“
Die Szene passt ins Bild. Auf dem ÖFB-Campus in Maria Enzersdorf wirkt der Werder-Profi entspannter als in der Weser-Stadt, wo Abstiegsangst Alltag ist. Bremen liegt sieben Spieltage vor Schluss nur vier Punkte über Relegationsrang 16. Schmid spürt die Druckwelle jeden Tag: „In Bremen lebt man für den Klub. Wenn wir verlieren, hängen die Köpfe – nicht nur bei den Fans.“
Neue mitte, alte seele
Doch statt sich vom Hype um die Neuzugänge verschrecken zu lassen, nutzt Schmid das Nationalteam als Batterie. „Hier kann ich abschalten. Wir haben ein System, das funktioniert, und Spiele, die wir gern gewinnen, aber nicht um jeden Preis gewinnen müssen.“ Das klingt wie ein Seitenhieb auf Bremen, wo jeder Punkt Leben oder Tod bedeutet.
Chukwuemeka und Wanner glänzten beim 5:1 gegen Ghana sofort. Schmid saß wegen Adduktorenproblemen auf der Tribüne, aber er klatschte lauter als alle anderen. „Unfassbare Spieler“, schwärmt er. „Carney kann ein Spiel mit einem Dribbling öffnen, Paul hat diese vertikalen Laufwege. Wenn sie neben mir spielen, habe ich mehr Räume.“ Konkurrenz? Vielleicht. Aber er sieht Mehrwert statt Bedrohung.
Ralf Rangnick wird künftig jeden Mittelfeldplatz dreifach besetzen können. Schmid weiß, dass seine Dauerkarte nicht ewig gültig ist. „Ich bin seit vier Jahren dabei und habe, glaube ich, ordentlich bis gut geliefert.“ Die Zahlen sprechen für ihn: vier Tore, sieben Vorlagen in der Quali, 85 Prozent Passquote. Doch Zahlen sind keine Versicherung.

Die wm kommt – aber erst die rette
Von der WM 2026 will er noch nicht reden. „Ich habe ganz andere Baustellen.“ Die heißen Füllkrug, Stage und Weiser – sie alle fehlen verletzt, Bremen schoss in 14 Rennen nur 17 Tore. Schmid liefert sich mit seinem Klub einen Krimi, der noch enden kann wie 2021: Relegation, Drama, Tranen.
Erst wenn der Abstieg verhindert ist, wird er über Kanada, Mexiko und die USA nachdenken. „Momentan zählt nur Bremen. Wenn wir da unten rauskommen, sehe ich vielleicht wieder nach vorn.“ Die Aussage klingt hart, aber ehrlich. Ein Nationalteam kann Stärkung sein, nicht Zukunftsmusik.
Schmid steht auf, zieht sich die Kapuze über. Die nächste Trainingseinheit ruft. Chukwuemeka und Wanner sind schon auf dem Platz, lachen über einen TikTok-Clip. Schmid gesellt sich zu ihnen. Keine Rangelei, kein Blickwettbewerb. Nur drei Mittelfeldspieler, die wissen: Der eine braucht den anderen, um im Sommer 2026 vielleicht gemeinsam die Grenze zu überqueren. Bis dahin gilt: Erst Liga, dann Liga, dann Welt. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar.
