Prüfer bleibt: potsdam sichert sich 145-kilo-doppelathleten bis 2026
Die Potsdam Royals haben ihren ganz eigenen Superheavyweight langfristig an die Havel gebunden: Henning Prüfer, 145 Kilo schwerer GFL-Champion und Diskus-Vizeweltmeister, verlängert bis 2026 – und damit ein Stück Sportgeschichte, die es so in Deutschland noch nie gab.
Von der line bis zur weltspitze – und zurück
2013 war Prüfer erstmals als 19-Jähriger für Potsdam am Ball, damals noch ein zierlicher 120-Kilo-Rookie. Dann der Bruch: Leichtathletik, Diskus, 65,26 m Bestweite, Silber bei der U20-WM, Bronze bei der U23-EM, Olympia-Norm im Visier. Jahre später, 2025, kehrt er zurück – nicht als Ersatzmann, sondern als Starting Guard im Bowl-Sieg gegen Schwäbisch Hall. Ein Comeback ohne Rost, dafür mit Ring.
Was ihn auszeichnet, ist nicht nur die Größe, sondern die Explosivität seiner Hüfte. Die gleiche Rotation, die einst den Diskus auf 65 Meter trug, lässt ihn nun 130-Kilo-Defensive Tackles aus dem Gleichgewicht heben. Prüfer selbst sagt: „Der Kreisel ist derselbe, nur der Gegner steht jetzt auf zwei Beinen.“

Kontinuität statt umbruch nach dem titel
Für Headcoach Jimmy Hagen ist die Verlängerung ein Signal an die Liga: Potsdam baut nicht um, sondern verdichtet. Mit Prüfer bleibt ein Mann im Kader, der internationale Final-Atmosphäre kennt – nur dass er sie eben nicht im Stadion von Eugene, sondern im Endzonenmudder des Maaßenschlösschens sucht.
Die Zahlen sind schon jetzt bemerkenswert: 48 Spiele ohne Verletzung, null Sacks aus dem Innenblock, dafür 14 Touchdown-Läufe über die rechte Seite, seit er das Right Guard-Position übernahm. Die Royals erzielten 2025 im Play-off-Durchmarsch 1.423 Rush-Yards – 38 Prozent davon direkt hinter Prüfers Pull-Blocks.
Und dann ist da noch die mentale Kante. Wer schon in einem leeren Stadio in Neapel gegen den Wind um Medaillen geworfen hat, für den ist 3rd & 1 im Bowl kein Herzinfarkt, sondern ein Atemzug. „Er atmet Langsam“, sagt Center Lars Hänsel, „wir anderen schnaufen wie Lokomotiven.“
Prüfers Ziel bleibt klar: „Win it all – wieder.“ Mit einem Unterschied: 2025 war das Comeback, 2026 soll die Dynastie folgen. Die Royals haben den ersten Stein – 145 Kilo schwer – bereits gesetzt.