Reizwut in münchen: gladbach sieht sich um haaresbreite um auswärtspunz geprellt
1:4 in der Allianz Arena, doch die Zahlen lügen. Borussia Mönchengladbach verliert in München nicht nur ein Spiel, sondern womöglich auch den Anschluss an das rettende Ufer – und das nach einer Szene, die beim 55. Spielminute in 18 Sekunden alles kaputtmacht.
Referee Robert Schröder zeigt Rocco Reitz Rot, weil er Nicolas Jackson am Strafraum kurz hält. Elfmeter. 2:0. Spiel vorbei. Der VAR schaut, aber er kann nichts machen – Halten ist Halten, keine Debatte. Doch die Folgen sind gigantisch: Reitz fehlt jetzt gegen St. Pauli und vielleicht auch im Rheinderby. „Das ist kein Foul, das ist eine Umarmung im Sprint“, sagt ein mitgereister Fan und meint damit mehr als nur Frust.
Polanski zählt tränen, schröder zählt regeln
Trainer Eugen Polanski stemmt sich gegen die Niederlage, redet sich nicht frei, aber er redet die Wahrheit: „Elfmeter okay, Rot ist Mord.“ Sportchef Rouven Schröder wirft der DFL indirekt vor, den Abstiegskampf mit einem Federstrich zu verscharfen: „Wir suchen keine Ausreden, aber wir suchen Überleben.“
Die Bayern? Die laufen nebenbei zu ihrem 4:1, während Gladbach mit zehn Mann die Köpfe hängen lässt. Konrad Laimer trifft zum 0:2, nachdem Hugo Bolin zu Boden geschubst wird – kein VAR, kein Pfiff, nur Gelächter in der Münchner Kurve. „Foul vor dem Foul“, sagt Polanski knapp. Er sagt es leise, aber es hallt lange.

Der abstieg beginnt in der 55. minute
Gladbach liegt jetzt drei Punkte über dem Strich, hat aber zwei Saison-Endspiele ohne seinen Mittelfeld-Motor. Die Fans sprechen von Konspiration, die Liga spricht von Regelwerk. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen – und sie riecht nach Rasen, Schweiß und bitterer Verkettung.
Robert Schröder wird nächste Woche wieder pfeifen. Rocco Reitz wird zuschauen. Und wenn Gladbach am 34. Spieltag in Köln steht, könnte genau diese Szene der Grund sein, warum sie nicht in der Bundesliga, sondern im Relegationschaos landen. Manchmal reicht eine Sekunde, um eine Saison zu killen. In München waren es 18.
