Nba zögert in europa: milliarden-deals stehen, aber die eigentümer warten noch ab
Die NBA will Europa erobern – aber nicht so schnell, wie viele dachten. Ende März hätte der Board of Governors grünes Licht geben können, doch die Abstimmung wird vertagt. Grund: Die ersten unverbindlichen Gebote für die zwölf festen Franchise-Plätze liegen noch nicht vor. Und ohne Zahlen auf dem Tisch macht ein Votum keinen Sinn.
Die uhr tickt trotzdem: saisonstart 2027 steht
Adam Silver und seine Klubchefs haben London, Manchester, Madrid, Barcelona, Mailand, Rom, Berlin, München, Paris, Lyon, Athen und Istanbul auf der Landkarte markiert. Die Liga erwartet Einstiegsgebühren zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar – je nach Marktgröße und Bauaufwand. In London etwa, wo kein Top-Team residiert, dürfte der Preis besonders hoch ausfallen. In Madrid wiederum steht der Real Madrid als natürlicher Partner bereit, was die Kosten drückt.
Die NBA selbst wird als Investorin einsteigen, deshalb braucht es die Zustimmung der 30 Eigentümer. Die steht laut Insidern nur noch auf „wann“, nicht auf „ob“. Die Data Room ist geöffnet, die Kalkulationen liegen vor, die potenziellen Partner – von Investmentfonds bis Fußballklubs wie Paris Saint-Germain – haben sich gemeldet. Selbst Kevin Durant und Victor Wembanyama sondieren über ihre Beteiligungen an PSG bzw. Nanterre den Einstieg.

Mailand und rom: duell der giganten
In Italien brodelt es. Der AC Milan arbeitet an einem detaillierten Konzept und würde damit gegenüber dem traditionellen Basketball-Schwergewicht Olimpia Mailand antreten. In Rom konkurrieren zwei Gruppen: eine um Ex-Dallas-GM Donnie Nelson mit Luka Dončić als stillen Partner, die andere um Triest-Patron Paul Matiasic. Beide wollen ein Team aus dem Nichts aufbauen, beide brauchen bis Monatsende ihre Finanzierungszusagen.
Die NBA nimmt sich die Zeit, weil sie kann. Das Interesse ist riesig, die Zahlen sind verlockend, und niemand will beim ersten Fehlstart in Europa sitzenbleiben. Der formelle Beschluss folgt, wenn die Kasse klingelt – vermutlich im Frühsommer. Dann wird klar, wer die 12 Pioniere sind, die 2027 die neue Liga eröffnen. Bis dahin heißt es für alle Bewerber: Angebote abgeben, Daumen drücken – und die Checks bereithalten.
