Gallo schreibt geschichte: doppelaufstieg mit entella und vicenza

Fabio Gallo hat mit dem FC Vicenza den Aufstieg in die Serie B geschafft – nur ein Jahr nach dem Triumph mit der Entella. Der Coach feierte mit den Fans auf dem Piazza dei Signori und widmete den Triumph seinem Vater Romeo.

Der mann, der nicht verlieren kann

58 Spiele ohne Niederlage. Kein deutscher Coach, kein Guardiola, kein Klopp. Ein Italiener, der in der dritten Liga dominiert wie sonst nur Capellos Milan der Unsterblichen. Gallo hält die Serie seit Mai 2024. Das Ende? Nicht in Sicht.

Die Spieler schenkten ihm ein Bild: ein stilisierter Hahn, ihr Maskottchen, bedeckt mit Unterschriften. Es hängt jetzt in seinem Wohnzimmer. „Ich schaue ihn mir jeden Morgen an. Er erinnert mich daran, dass Teamgeist keine Theorie ist“, sagt Gallo im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt.

Vom jakobsweg zur titelstraße

Vom jakobsweg zur titelstraße

2014 war Gallo fertig mit dem Fußball. Er arbeitete als Finanzberater, zog seinen Rucksack und ging den Jakobsweg. 120 Kilometer in acht Tagen. Dann klingelte das Telefon. Pietro Fusco vom FC Spezia: „Willst du nicht wieder trainieren?“ Gallo weinte auf der spanischen Wiese. Seitdem verliert er kaum noch.

Die Fans in Vicenza wissen das. Als der Aufstieg feststand, kletterte Gallo auf die Absperrung und ließ sich von Tausenden tragen. „Ich wollte die Freude teilen, nicht nur erleben“, sagt er. Die Polizei schaute weg. Die Stadt trank Spritz bis in die Nacht.

Der vater, der immer dabei ist

Der vater, der immer dabei ist

Romeo Gallo war sein erster Coach bei der Bollatese. Er fuhr den Jungen zur Inter-Nachwuchsprobe an die Pinetina. Im Dezember 2023 starb er. Seitdem trägt Fabio eine kleine Urne mit dessen Asche im Reisegepäck. „Er sieht jedes Spiel. Ich spüre ihn auf der Bank“, sagt Gallo. Die Spieler wissen es. Deshalb steht nach jedem Sieg ein Stuhl frei.

Als Kind schaute er sich VHS-Bänder an, die Trainer Mircea Lucescu dreifach beschleunigt ablaufen ließ. „Er hat uns gelehrt, dass Fußball Arbeit ist, keine Magie.“ Die Lektion funktioniert. Vicenza spielt mit der Reife einer Serie-A-Mannschaft, obwohl der Kader kaum älter ist als 24 Jahre im Schnitt.

Die nächste station bleibt dieselbe

Die nächste station bleibt dieselbe

Serie B? Gallo lacht. „Ich bin hier, um zu bleiben.“ Keine Abwerbungsversuche, keine Ausstiegsklausel. „Vicenza ist kein Sprungbrett, es ist mein Zuhause.“ Der Präsident will mit ihm verlängern. Die Tifosi skandieren seinen Namen seit Wochen. Und der Hahn im Wohnzimmer kräht still weiter.

58 Spiele. Zweimal Aufstieg. Ein Vater im Herzen. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.