Reif zerreißt den bayern-sieger: das ist das deprimierende signal
00:39 Uhr, Signal Iduna Park. Der Schlusspfiff ertönt, 75.000 Kehlen verstummen. Marcel Reif braucht nur vier Worte, um die Stimmung auf den Punkt zu bringen: „Das ist das deprimierende an dem Spiel.“

Warum der bvb-fan in der seele stirbt
Dortmund dominiert 60 Minuten, drängt auf die Führung, trifft den Pfosten zweimal. Dann kommt Bayern, trifft aus dem Nichts und gewinnt 1:0. Reif: „Wenn du so auftrittst und trotzdem verlierst, frisst dich das von innen auf.“ Die Statistik bestätigt sein Gefühl: xG 2,4 zu 0,9 – und trotzdem stehen die Schwarz-Gelben mit leeren Händen da.
Die Szene, die Reif nicht loslässt, passiert in der 78. Minute. Jamal Musiala tanzt drei Gegner aus, legt quer, Harry Kane vollstreckt. „Das ist keine Taktik, das ist Klasse“, sagt Reif im Stream von „Reif ist Live“. „Und genau das fehlt dem BVB in Schlüsselmomenten.“
Die Wende kommt früh genug, um die Meisterschaft noch zu beeinflussen. Mit neun Punkten Vorsprung reist der FC Bayern nach Leverkusen – und plötzlich redet keiner mehr von der angeblichen Krise. Reif: „Die Liga wird zur Déjà-vu-Farce. Die Bayern wackeln, aber am Ende kriegen sie doch den Titel.“
Der Kommentator sieht den Kern des Problems nicht in München, sondern in Dortmund. „Solange der BVB solche Spiele nicht gewinnt, bleibt er der ewige Zweite. Und das ist das Bittere: Sie spielen besser, aber sie glauben nicht mehr daran.“
Am 34. Spieltag könnte genau diese Niederlage die Entscheidung sein. Dann zählt kein xG, kein Ballbesitz, nur die Tabelle – und die lügt selten.
