Real madrid: der klassiker könnte die saison kränken

Madrid steht vor einer Zäsur. Die Königlichen reisen am kommenden Wochenende zum Clásico ins Camp Nou, während sie sich in einer tiefen Krise befinden und die Meisterschaft bereits dem Erzrivalen Barcelona überlassen scheint. Ein katastrophales Saisonverhältnis, das nun im direkten Duell seinen bitteren Höhepunkt finden könnte.

Die tabellenlage: ein albtraum für die fans

Die tabellenlage: ein albtraum für die fans

Die Situation ist alarmierend. Neun Punkte Rückstand auf Barcelona bei noch ausstehenden Spielen – ein Vorsprung, den selbst die größten Optimisten kaum noch zu überwinden vermögen. Während Barcelona bereits die Meisterschaft in greifbarer Nähe wittert, kämpft Madrid lediglich noch um die Ehre. Die jüngsten Auftritte der Mannschaft von Interimstrainer Arbeloa lassen wenig Hoffnung auf eine Wende aufkommen. Die Niederlage gegen Bayern in der Champions League, verbunden mit dem Ausscheiden aus dem Pokal, haben die Stimmung im Bernabéu auf einen Tiefpunkt getrieben.

Aber es gibt noch eine Chance. Wenn Madrid alle drei verbleibenden Liga-Partien gegen Alavés, Betis und Espanyol gewinnt und Barcelona parallel Punkte liegen lässt, könnte der Clásico noch um die Meisterschaft entschieden werden. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering. Die Defensive wirkt anfällig, die Offensive wirkt blass – ein Teufelskreis, aus dem sich Madrid schwer befreit.

Die Frage des Applaus: Sollte Barcelona bereits vor dem Clásico die Meisterschaft sicherstellen, stellt sich für Madrid die unangenehme Frage nach dem Applaus. Ein „Pasillo“ für den amtierenden Meister ist Tradition, wird aber in dieser Situation kontrovers diskutiert. Zinedine Zidane hatte 2018 in ähnlicher Lage klargestellt: „Nein, wir werden keinen Pasillo machen. Das ist meine Entscheidung.“ Ein klares Signal, das die Gemüter erregte.

Und dann ist da noch die Champions League. Der 1:2-Auswärtssieg der Bayern im Bernabéu hat die Aufgabe vor dem Rückspiel enorm erschwert. Scheitert Madrid auch hier, droht ein doppelter Tiefschlag und ein Saisonende, das kaum mehr schmerzhafter kaum sein könnte. Die Spieler müssen sich fragen, was aus dem ambitionierten Start in die Saison geworden ist. Die Supercopa im Januar wirkt wie eine ferne Erinnerung an eine Zeit, in der noch Erfolg und Zuversicht an der Tagesordnung waren.

Die Wahrheit ist brutal: Madrid hat die Meisterschaft verpasst, die Champions League ist in weite Ferne gerückt, und der Clásico könnte der Sargnagel für eine Saison werden, die als Desaster in die Geschichte eingehen wird. Der Traum ist ausgeträumt, die Realität ist hart.