Rb leipzig packt die koffer: südafrika-trip mit wm-arena und top-gegner
RB Leipzig fliegt morgen nach Johannesburg – und nimmt gleich die komplette Bundesliga-Mannschaft mit. Nach dem letzten Pflichtspiel geht es für Ole Werner und seine Truppe am 26. Mai direkt in den fünfstündigen Jet nach Südafrika, wo sie am 29. Mai im Lucas-Moripe-Stadion von Pretoria gegen Mamelodi Sundowns antreten. Das Stadion war 2010 Trainingszentrale der deutschen Nationalmannschaft – nun wird es zur Bühne für Leipzigs nächste Marketing-Offensive.
Warum die bullen plötzlich auf safari gehen
Johann Plenge, Geschäftsführer Fußball, spricht offen von „Verantwortung für die Liga“. Gemeint ist: Die Bundesliga will Reichweite außerhalb Europas, Red Bull will neue Märkte. Nach den USA-Trips 2023 und der Brasilien-Reise 2024 folgt nun Südafrika – ein Schritt, der laut internen Zahlen allein 1,2 Millionen Zuschauer via SABC 3 verspricht. Das Testspiel wird live übertragen, Sponsoren sind längst gebucht, Social-Media-Kanäle laufen bereits auf Hochtouren.
Für Trainer Werner ist die Reise kein Kurzurlaub. Drei Trainingseinheiten sind angesetzt, dazu Videoanalysen und ein Konditionstest. „Wir wollen Spielminuten für die Jungs, die in der Rückrunde wenig kamen, aber auch Branding-Effekte für den Klub“, sagt Werner im Exklusivgespräch. Die Belastung? „Fünf Tage, ein Spiel, kein Jetlag – das ist machbar.“

Die sundowns warten mit einer serie auf
Die Südafrikaner sind seit 42 Pflichtspielen ungeschlagen, holten in der Premier Soccer League 71 Punkte aus 30 Spielen. Ihr Trainer, Rulani Mokwena, gilt als Taktik-Freak – ein Nachfolger von Pitso Mosimane, der 2020 mit Sundowns die Klub-WM erreichte. Leipzig bekommt also keinen Touristen-Gegner, sondern einen Gegenpressing-Spezialisten, dessen Team sogar mit fünf Ausländern starten darf. Das Lucas-Moripe-Stadion fasst 28.900 Zuschauer, die Tickets waren innerhalb von 48 Stunden ausverkauft.
Ein Detail verrät viel: Leipzig reist mit 19 Profis, dabei sind drei Nachwuchsspieler, die in der abgelaufenen Saison noch für die U19 aufliefen. Der Plan: Jugendspieler vor afrikanischen Scouts präsentieren, mögliche Leihgeschäfte vorbereiten. Denn Sundowns kooperiert mit Red Bull Salzburg – und damit indirekt mit Leipzig. Ein Schein-Turnier also, hinter dem echte Geschäfte stecken.

Die rechnung am ende zahlt der fan
Die Kosten für die Charter-Maschine, Hotels und Logistik belaufen sich intern auf rund 800.000 Euro. Zahlt der Klub das selbst? Nein. Hauptsponsor Red Bull übernimmt den Großteil, dazu kommen Zuschüsse der DFL und lokale TV-Rechteinnahmen. Die Botschaft: Ein Bundesliga-Klub kann sich Afrika leisten, ohne die Kasse zu plündern. Die Gegenrechnung: Wer in der Heimat über Live-Tickets mault, sollte wissen, dass Leipzig allein durch Merchandising-Verkäufe vor Ort rund 150.000 Euro erwirtschaftet – in fünf Tagen.
Am 30. Mai geht es zurück, nur 72 Stunden später beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Dann heißt es wieder: Platzverbot für Marketing, Fokus auf Sport. Bis dahin aber tanzen die Bullen auf zwei Hochzeiten – und Südafrika schaut zu.
