Adidas greift an – kommt nike als nächstes in den handball?
Ab dem Sommer tragen die Füchse Berlin die drei Streifen auf der Brust. 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre – das ist kein Sponsoring, das ist ein Statement. Adidas steigt in den Handball ein, und zwar nicht leise durch die Hintertür, sondern mit einem Vertrag, der im deutschen Handball schlicht kein Vergleichsmaß hat. Ich sage es offen: Das verändert etwas.
Was der adidas-deal mit den füchsen wirklich bedeutet
Lange war Handball ein Markt für Kenner. Kempa und Hummel haben diese Sportart geprägt, und das zu Recht. Tiefe Verwurzelung, echte Nähe zur Basis, glaubwürdige Identität. Aber wirtschaftlich blieb der Handball eben das, was er lange war: eine Nische mit Charme, aber ohne das große Geld der globalen Player.
Puma hat das als Erster geändert. Die Zeit bei den Füchsen und der Bund mit dem Deutschen Handballbund haben gezeigt, dass eine Weltmarke hier echte Präsenz entwickeln kann. Jetzt kommt Adidas – und kauft sich beim Deutschen Meister ein. Beim Deutschen Meister kauft sich niemand just for fun ein. Das wäre naiv zu glauben.
Die Zahl spricht für sich: 1,5 Millionen Euro. Für fünf Jahre. Das ist das neue Maß im deutschen Handball. Wer das als bloßen Logoswechsel auf Trikots abtut, versteht nicht, was hier passiert. Volle Hallen, steigende TV-Präsenz, internationale Wettbewerbe, Athleten mit echtem Profil – Herzogenaurach hat das registriert.

Jetzt fehlt nur noch einer aus oregon
Wenn Adidas und Puma beide im Handball stehen, dann ist die nächste Frage keine Theorie mehr. Sie ist fast schon logisch. Wo bleibt Nike?
Der Konzern aus Oregon lässt normalerweise keinen Trend aus, der Reichweite verspricht. Basketball, Fußball, Tennis, Laufen – Nike ist überall dort, wo Kameras hinschauen und Emotionen verkauft werden. Und Handball bietet genau das: Emotion pur, Fans, die ihre Sportart wirklich leben, und eine Bundesliga, die international längst mehr Aufmerksamkeit bekommt, als viele wahrhaben wollen.
Der Zeitpunkt wäre kaum besser. Ein Jahr vor der Heim-WM. Eine Bundesliga in Topform. Das selbst ausgerufene Jahrzehnt des Handballs nimmt gerade richtig Fahrt auf – und die Sportart wächst aus der Nische heraus, ohne dabei ihre Seele zu verlieren. Das ist die seltene Kombination, auf die Marken wie Nike warten.
Mehr wettbewerb ist gut – aber nicht selbstverständlich
Ich will hier nicht blauäugig sein. Mehr große Marken bedeuten mehr Geld, mehr Sichtbarkeit, bessere Bedingungen für Klubs und Spieler. Das ist gut. Aber es bedeutet auch, dass der Handball sich behaupten muss – als Sportart mit eigenem Charakter, nicht als verlängerter Arm irgendeiner Marketingstrategie.
Kempa und Hummel werden nicht verschwinden. Sie sind Teil dieser Sportart, nicht nur Ausrüster. Und das bleibt wertvoll, egal wie viele Streifen oder Swooshes künftig auf Bundesliga-Trikots prangen.
Aber die Richtung ist klar. Handball ist attraktiv geworden – wirtschaftlich, medial, emotional. Adidas hat das mit einem Vertrag unterstrichen, der Maßstäbe setzt. Wenn Nike das noch nicht sieht, dann schaut der Konzern gerade schlicht in die falsche Richtung.
