Lance david arnold zerlegt formel e: „das ist reiner marketing-trick“
Lance David Arnold spricht Klartext. Der Ex-Rennfahrer, der beim 24-Stunden-Rennen schon Asphalt geschluckt und Öl gerochen hat, was bei Vox moderiert und heute als Teamchef durch die Boxengasse stapft, wirft der Formel E den Character vor: „Marketing-Gag mit Greenwashing-Anstrich.“ Schon der erste Satz im Deep-Dive-Podcast ist ein Schlag ins Kontor der elektrischen Rennserie.
Seine Kritikkommt nicht von irgendwo. Sie kommt aus einer Zeit, in der Samstags noch selbst gewaschen wurde, statt geladen. „Die 90er waren die goldene Zeit des Motorsports“, sagt Arnold und meint damit nicht nur Michael Schumacher, sondern die ganze Kultur: „Auto waschen, Kumpels treffen, Manta Manta bis zum Sync verinnerlichen – das war Lifestyle, nicht Klimasünde.“
„Die diskutieren nicht über ps, sondern über prämien“
Heute, so Arnold, gehe es nicht mehr um Sound, Leistung oder Legendentränen auf dem Podest. Es gehe um Fördergelder, Einkaufsprämien und politische Rahmenbedingungen. „Kaum zahlt der Staat 6.500 Euro, will jeder ein E-Auto. Streicht er die Prämie, will plötzlich wieder keine Sau mehr eines – und keiner fragt, warum er vorher Umweltsünder geschrien wurde.“
Diese Logik setzt sich seiner Ansicht nach in der Formel E fort. Herstaller pumpen dreistellige Millionenbeträge in eine Serie, die er als „Carrera-Bahn für Erwachsene mit Öko-Aufkleber“ verspottet. „Die Autos werden im Fahrerlager mit Dieselaggregaten geladen, die Container kommen per Frachter aus Übersee, und keiner rechnet die Bilanz bis zum letzten KWh-Fünkchen durch.“

„Nimm das geld und steck es in eine jukebox“
Sein Vorschlag klingt wie ein Seitenhieb gegen die komplette Branche: „Lieber in eine Musikbox investieren als in diese Show.“ Denn das Problem sei nicht nur die Technik, sondern die Glaubwürdigkeit. „Wenn du Fahrern das Doppelte zahlst, wirst du nie schlechte Stimmung hören – egal, wie öde die Rennen sind.“
Arnold sieht sich selbst als Kind der 80er, das mit „Manta Manta“ lernte, dass Autos Emotionen sind. „Jeder, der den Film nicht synchron mitsprechen kann, ist kein Kumpel mehr“, lacht er – halb Scherz, halb Programm. Für ihn war und ist Motorsport ein Schmelztiegel aus Sound, Geruch und Charakteren, nicht ein CO2-Rechner mit Heckflügel.
Ob seine Tirade die Formel E erschüttert, bleibt offen. Doch die Zahlen sprechen eine Sprache, die auch Marketingchefs verstehen: Einschaltquoten stagnieren, Zuschauerzahlen sinken, und die Nachfrage nach Tickets verläuft parallel zur Prämie – erst heiß, dann kalt. Arnold hat schon den nächsten Podcast aufzeichnet, und er kündigt an: „Wenn ich fertig bin, wissen alle, warum ich lieber mit einem V8 sterben will als mit einem Ladekabel zu leben.“
