Raubversuch auf dachgepäckträger: trunkene randalieren an visma-teamwagen

Sekunden, bevor die Peloton Valdobbiadene erreichte, schlug der Radsport in eine Schlagzeile um, die nichts mit Sprinttaktik zu tun hat. Zwei offenbar betrunkene Männer stürmten auf der Landstraße von Saccol den zweiten Teamwagen von Visma-Lease a Bike, kletterten aufs Dach und versuchten, ein High-End-Bike zu klauen. Im Fahrzeug saßen Mechaniker und Soigneur – eingeklemmt zwischen Startauftrag und Angst.

Die szene, die niemand live sehen wollte

Die Fahrer selbst befanden sich sechs Kilometer vor dem Ziel in einer Fluchtgruppe, als das Drama an der Straßenkante eskalierte. Augenzeugen berichten, dass einer der Täter mit bloßen Fäusten gegen die Seitenscheibe schlug, während sein Komplize bereits die Halterung des Cervélo-Fahrers gelöst hatte. Ein Mechaniker, der lieber anonym bleibt, schildert: „Er schrie ‚Give me the bike!‘ und rüttelte am Schnellspanner, als wäre es sein Eigentum.“

Die Insassen konterten mit lautem Hupen und alarmierten sofort die Begleitmotorräder der Gendarmeria. Erst als eine Streife mit durchgedrückter Waffe dazwischenfuhr, ließ das Duo von seiner Beute ab – und flüchtete zu Fuß in die angrenzenden Weinberge. Die Rennleitung stoppte kurzfristig den Nachschubverkehr, um weitere Eskalationen zu verhindern.

Was das für den profisport bedeutet

Was das für den profisport bedeutet

Richard Plugge, Generalmanager von Visma, reagierte noch vor dem Zieleinlauf mit einem selten scharfen Statement: „Dieser Vorfall ist eine rote Linie. Wir fordern von den Veranstaltern eine sichere Doppelkette für alle Teamkonvois – sonst wird die nächste Saison zum Sicherheitsrisiko.“ Die italienische Rennleitung kündigte an, künftig zusätzliche Security auf Motorrädern einzusetzen, die ausschließlich die Fahrzeuge der WorldTeams eskortieren.

Die Szene wirft ein Schlaglicht auf ein wachsendes Problem: Immer mehr Fans behandeln Rennen wie Open-Air-Festivals, Alkoholkonsum auf den Bergrandungen steigt, die Grenze zwischen Support und Kriminalität verschwimmt. Die UCI will nun prüfen, ob das bisherige Konzept der „rolling caravan“ in Italien überhaupt noch zeitgemäß ist.

Am Ende blieb der materielle Schaden überschaubar: kein Rad weg, keine Prellung – aber ein Riss im Vertrauen. Und ein Satz, der durchs Funknetz der Teams ging: „Wenn wir schon Angst vor unseren eigenen Zuschauern haben müssen, ist das kein Sport mehr, sondern ein Schaukampf.“