Pacheta kollabiert: granada siegt und entkommt dem abstiegskampf
Die Bänke bebten, die Spannung schnürte den Hals zu – und dann sackte Pacheta einfach in sich zusammen. 73. Minute, Granada gegen Huesca, Partie auf Messers Schneide. Der Andalusier führt 1:0, doch der Coach muss weg, gestützt von Ärzten, blass wie der Kalkstein der Sierra Nevada. Was folgte, war ein 90-Minuten-Thriller mit Happy End für die rote Festung und eine Diagnose, die beruhigt: Kreislaufkollaps, nichts Dramatisches.
Pacheta kehrt zurück und erklärt: „nur ein schwindel“
„Ich habe zu laut geschrien, zu schnell gedreht – und plötzlich drehte sich alles“, sagt der 55-Jährige nach der Partie, die Maske noch halb im Gesicht, die Stimme rauer als sonst. Die medizinische Abteilung misst Blutdruck und Puls, alles im grünen Bereich. „Kein Infarkt, keine Sorge. Aber ich habe gemerkt: Der Körper schreit ‚Stopp‘. In der Nachspielzeit habe ich wieder alles mitbekommen, nur leise gefiebert.“
Sein Assistent Iván Martínez übernahm das Kommando, schrie Anweisungen, als stünde er auf einem Vulkan. Granada verteidigte mit Mann und Maus, Huesca drückte, doch der Ball wollte nicht rein. Der Schlusspfiff löste eine kollektive Ohnmacht der ganz anderen Art aus: Jubel auf den Rängen, 42 000 Menschen, die den Abstieg für einen Abend in die Sahara verbannten.

Oltra wünscht genesung – und kassiert die nächste niederlage
Auf der Pressekonferenz sitzt gegenüber José Luis Oltra, dessen Stimme zwischen Frustration und Fürsorge schwankt. „Wir haben verloren, aber das ist nebensächlich. Pacheta ist mein Kollege, mein Freund. Ich hoffe, er trinkt heute Nacht viel Wasser und lässt die ärztlichen Checks nicht aus.“ Der Huesca-Coach spricht von zwei Großchancen, die sein Team vergeben habe, doch die Zahlen liegen auf dem Tisch: nur zwei Schüsse aufs Tor, 32 Prozent Ballbesitz. Granada war einflich „lapidarisch“, wie Pacheta es nennt.
Die Tabelle spricht jetzt eindeutig: vier Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz, noch fünf Spiele bis Saisonende. Die nächsten Gegner: Las Palmas (Donnerstag) und Castellón (Sonntag), zwei Teams, die selbst am Rande des Nervenzusammenbruchs stehen. „Wenn wir so laufen wie heute, sind wir ein gefährlicher Gegner für jeden“, sagt Pacheta. Der Blick ist wieder klar, der Schwindel nur eine Episode.
Die Uhr im Estadio Nuevo Los Cármenes tickt laut. Die Saison ist kein Marathon mehr, sie ist ein 100-Meter-Sprint über Stolpersteinen. Granada hat sich Luft verschafft – und Pacheta hat gelernt, dass selbst der lauteste Schrei den Körper bezahlen lässt. Am Donnerstag wird er wieder auf der Bank sitzen, leiser vielleicht, aber mit derselben Wut im Bauch. Der Abstiegskampf ist noch nicht vorbei, aber die erste Runde haben die Rojiblancos gewonnen – mit dem Kopf und trotz kurzem Kreislauf.
