Rams-draft-coup: simpson kommt – ohne kontakt!
Los Angeles – Die Rams haben im NFL Draft 2026 für kolossal überraschende Verhältnisse gesorgt. Mit Pick Nummer 13 sicherten sich die Kalifornier Quarterback Ty Simpson aus Alabama. Ein Move, der nicht nur die Analysten, sondern offenbar auch den Spieler selbst vor ein Rätsel stellt: Der Kontakt zwischen Rams-Management und Simpson war offenbar minimal.
Ein scouting-ansatz, der polarisiert
Während die meisten Teams im Pre-Draft-Prozess intensive Gespräche mit potenziellen Picks führen und diese mehrfach treffen, verlief die Vorbereitung der Rams auf Simpson völlig anders. Kein offizielles Besuch in Los Angeles, keine bekannten Treffen mit Head Coach Sean McVay oder General Manager Les Snead. Simpson bestätigte gegenüber Pro Football Talk, dass der Kontakt auf ein Minimum reduziert war: „Es war wirklich sehr kurz. Ich habe ein paar Scouts bei Alabama getroffen, und das war es im Grunde.“
Die Rams gehen seit Jahren ihren eigenen Weg, inspiriert von den Jacksonville Jaguars und deren General Manager James Gladstone, der lange Jahre unter Snead in Los Angeles arbeitete. Dieser Ansatz verzichtet bewusst auf persönliche Interviews, um sich nicht von subjektiven Eindrücken beeinflussen zu lassen. Stattdessen liegt der Fokus auf Tape-Studium und objektiven Leistungsdaten. Ein radikaler Bruch mit der traditionellen Scouting-Methode, der nun besonders deutlich wurde.

Verwirrung im rams-camp? mcvay wirkt zurückhaltend
Die Tatsache, dass ein First-Round-Pick von seinem neuen Team praktisch keine Vorab-Kontakte hatte, ist in der NFL alles andere als üblich. Auch die Reaktion von Sean McVay auf der Pressekonferenz nach der Draft-Auswahl sorgte für Gesprächsstoff. Der Coach wirkte auffällig zurückhaltend, was schnell Spekulationen über interne Uneinigkeiten oder alternative Pläne auslöste. Viele hatten erwartet, dass die Rams einen Spieler auswählen, der dem bereits erfahrenen Matthew Stafford sofort zur Seite stehen und die Offensive verstärken könnte – angesichts der ambitionierten Ziele der Rams in der kommenden Saison.

Backup-rolle für simpson – ein langfristiges projekt
Stattdessen entschieden sich die Rams für einen jungen Quarterback, der voraussichtlich zunächst die Rolle des Backups einnehmen wird. McVay machte deutlich, dass Simpson sich im Training mit Stetson Bennett um die Nummer zwei hinter Stafford beweisen muss. Es handelt sich also um ein langfristiges Projekt, bei dem der Fokus auf der Entwicklung des Talents liegt. „Er hat noch viel zu lernen, aber das Potenzial ist da“, so McVay.
Simpson selbst zeigte sich von der Situation begeistert. Die Möglichkeit, von einem derartigen Champion wie Matthew Stafford zu lernen, reizt ihn enorm. „Ich habe noch nicht mit Matthew gesprochen, aber ich freue mich riesig darauf, mit ihm in einem Raum zu sein und von ihm zu lernen. Er ist einer der Größten aller Zeiten“, erklärte er. Er betonte auch, dass er bereits im College intensiv Stafford und die Rams-Offense unter McVay analysiert habe.
Der Pick von Ty Simpson wirft viele Fragen auf. Nicht nur wegen des ungewöhnlichen Scouting-Prozesses, sondern auch wegen der zurückhaltenden Reaktion von McVay. Ob dieser überraschende Move aufgeht und Simpson sich in Los Angeles zu einem Star entwickelt, wird die Zukunft zeigen. Eines steht jedoch fest: Dieser Draft-Pick ist einer der am meisten diskutierten der jüngeren Vergangenheit und hat die NFL-Community gleichermaßen überrascht und fasziniert.
