Raab spielt mit gebrochener hand – union dreht freiburgs heimserie ab

Die Anzeigetafel zeigte 90+2, da flog Jeongs Rechtsfuß, dann flog Raabs Hand – und am Ende flog Freiburgs 16-Spiele-Serie in den Mülleimer. Union Berlin entführte beim Tabellenachten drei Punkte, die so schmerzhaft sind wie das Debüt des Keepers, der sie festhielt.

Tom rothe hätte in den kasten müssen

Matheo Raab stand nach Abpfiff mit dickem Verband da, Tränen in den Augen, der Ball noch im Netz. Bruno Ogbus’ Kopf traf nicht nur den Querschläger, sondern auch Union Nummer fünf. „Ich kam noch ans Spielgerät, er köpft mir gegen die Hand – pure Schmerzen“, schilderte der 27-jährige Debütant. Fünf Wechsel waren verbraucht, also blieb nur die Option Verteidiger Rothe. Raab biss: „Scheiß auf die Hand, ich wollte mir diesen Moment nicht zerstören lassen.“ Die Diagnose steht heute an, doch seine Parade gegen Beste stand schon: Hand, Ball, Jubel – in genau dieser Reihenfolge.

Trainer Steffen Baumgart sprach vom „Charakter eines echten Eisernen“. Für ihn zählte weniger die medizinische Prognose als die Tatsache, dass sein Tabellen-15. nach fünf sieglosen Spielen wieder oben auf dem Brett steht. Sieben Punkte Vorsprung auf Platz 16, acht Partien noch – das ist die reale Zahl, die Union atmen lässt.

Freiburgs ballbesitz-monolog endet in schweigen

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Die Breisgauer dominierten 72 Prozent der ersten Stunde, schossen aus 18 Metern über den Querbalken und fanden in Raab entweder den Keeper oder die Hand. Eggestein und Irié schossen Luftpost, Doan tanzte auf der rechten Seite, aber es blieb bei Tänzen. Die Berliner ließen den Ball laufen, selbst laufen – und schalteten um wie ein U-Boot, das nur kurz auftaucht, um zu treffen. Krals Kopfball (69.) war die erste Warnung, Jeongs Flachschuss war die zweite – und traf.

Julian Schuster musste nach 16 Heimspielen ohne Niederlage wieder ins Mikro greifen. „Wir haben alles reingeworfen, aber nicht reingeschossen“, sagte er mit der Stimme eines Mannes, der weiß, dass die Champions-League-Träume nun Außer-Haus sind. Union dagegen kann wieder nach vorn schauen – und das mit einem Keeper, der vielleicht nur acht Minuten durchhalten konnte, aber eine ganze Saison retten half.