Müller schwingt spät die binde – whitecaps pulverisieren minnesota mit 6:0

Als Thomas Müller in der 77. Minute die Seitenlinie übertrat, war das Spiel längst gelaufen – aber die Show ging weiter. Vancouver Whitecaps schoss Minnesota United mit 6:0 ab, stürmte an die Spitze der Western Conference und schenkt dem früheren Bayern-Star eine kleine Revanche: Er darf als Kapitän das Gemetzel beenden.

Jeevan badwal verdrängt den weltmeister

Seit Saisonbeginn lief Müller durch – drei MLS-Partien von Anfang an, dazu 90 Minuten im CONCACACF-Desaster gegen Seattle. Doch Trainer Axel Schuster setzte am Sonntag auf 20-jähriges Bein: Jeevan Badwal übernahm die Zehn, Müller rutschte auf die Bank. Die Begründung lieferte das Team prompt: 3:0 nach 22 Minuten, 4:0 zur Pause, 6:0 am Ende. Vancouver erzielt innerhalb von 270 Liga-Minuten zwölf Tore – das ist kein Zufall, das ist ein Statement.

Die Tore gegen Minnesota liest sich wie ein Klassentreffen: Sebastian Berhalter verwandelt einen Strafstoß, Brian White trifft doppelt, Mathias Laborda und Emmanuel Sabbi schrauben die Führung in die Höhe. Cheikh Sabaly macht mit seinem Treffer in der 74. Minute den Deckel drauf. Die Fans im BC Place feiern bereits nach einer halben Stunde, als klar wird: Hier will jemand die Play-offs früh buchen.

Müller und rodríguez: ein seitenblick mit geschichte

Müller und rodríguez: ein seitenblick mit geschichte

Die 64. Minute bringt das nächste Bayern-Déjà-vu: James Rodríguez kommt, genau wie Müller von der Bank. Die beiden haben 2017–2019 gemeinsam in München trainiert, jetzt duellieren sie sich in Kanada – allerdings auf Augenhöhe der Moral, nicht auf dem Platz. Müller übernimmt die Binde, Rodríguez sucht den Abschluss, findet aber nur noch zerpflückte Minnesota-Abwehrreihen. Letztlich bleibt das Wiedersehen ein nettes Foto, keine weitere Story.

Müller selbst wirkt nicht geknickt. Er klatscht ein paar Anweisungen, deutet Laufwege an, nimmt die Kapitänsbinde mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß: Die Meisterschaft wird nicht an einem Abend entschieden. Die Whitecaps haben Tiefe, sie haben Form – und sie haben offensichtlich keine Angst, auch mal einen Weltmeister zu schonen.

Die Zahl am Ende: 9 Punkte aus drei Spielen, 12:1-Tore. Vancouver marschiert, Minnesota zerbricht. Und Thomas Müller? Der darf sich ausruhen, bevor es in der Champions League gegen Seattle um Revanche geht. Die nächste Geschichte wartet schon – mit oder ohne Startelf.