Pytlick verpasst golden league: dänemarks superstar bangt um wm-einsatz
Simon Pytlick fehlt. Der Rückraumspieler, der Dänemark bei der EM noch mit sieben Toren im Finale gegen Kroatien geprägt hatte, sitzt beim Lehrgang in Aarhus auf der Tribune. Eine Zerrung unterhalb des Rippenbogens lässt ihn nicht los – und macht Trainer Nicolaj Jacobsen das Leben schwer.
Die verletung, die keiner ausbuchst
Pytlick spielte in Deutschland mit Schmerzen. In Flensburg ging es um Play-offs, um European-League-Punkte, um Prestige. Der 25-Jährige quälte sich durch, „aber jedes Wurftraining endete mit einem stechenden Gefühl, als würde mir jemand ein Messer zwischen die Rippen drehen“, sagt er zu TV 2 Sport. Die Mediziner der SG Flensburg-Handewitt sprachen von einer „minimalen Faserriss-Kette“, verordneten Schonung, Muskelaufbau, Kortison. Doch das Spiel kam vor die Heilung.
Nun folgt die Quittung: Statt gegen Norwegen, die USA und die Niederlande aufzulaufen, absolviert Pytlick Reha-Übungen an einem Thera-Band. Jacobsen nominierte Aaron Mensing und Nicolaj Jörgensen nach. Beide sind keine Eins-zu-eins-Ersatzmänner, aber sie sind einsatzbereit – und das zählt in der Golden League.

Jacobsens dilemma: form versus frische
Der Bundestrainer muss jetzt Klarheit schaffen. Mit Mikkel Hansen, Mathias Gidsel und Rasmus Lauge steht ihm ein Rückraum-Ensemble zur Verfügung, das jedes andere Nationalteam neidisch macht. Doch Pytlicks Linkshand-Wurf ist ein Spielmacher-Asset, das sich nicht einfach substituieren lässt. Ohne ihn wird die Offensive schneller, aber auch vorhersehbarer. Die Gegner wissen das.
Die Zeit drängt. In 63 Tagen beginnt die WM in Kroatien. Dort will Dänemark den Titel holen, den es 2023 an Frankreich verlor. Pytlicks Körper entscheidet, ob er dabei ist. „Ich will nicht riskieren, dass es im Januar wieder genauso endet wie jetzt“, sagt er. Ein Satz, der mehr bedeutet als jedes ärztliche Attest.
Die dänische Delegierung reist ohne ihren Shooting-Star. Die Fans fragen sich laut, ob die Gold-Jagd überhaupt ohne Pytlick möglich ist. Jacobsen antwortet mit Schulterzucken: „Wir haben Qualität, aber Qualität allein gewinnt keine Spiele.“ Die Botschaft ist klar – auch Superstars müssen gesund sein, wenn die Trophäe auf dem Spiel steht.
