Fribourg ohne sörensen, mit fragezeichen: nicolet bahnt sich comeback an
Die Drachen starten am Freitag in die Viertelfinaljagd – doch ein Schwede fehlt, ein Genfer zittert. Marcus Sörensen wird auch gegen Rapperswil oder Zug nicht mitfliegen, Kevin Nicolet kämpft um den Einsatz. Die Playoff-Maschine läuft, aber ein Zahnrad knirscht.
Der schwedische ausfall wird zur dauerbaustelle
Seit dem 3. Januar steht Sörensen in der Seitenstraße. Knie, Reha, Rückschlag – die Leihgabe aus San José hat in dieser Saison nur 13 Partien absolviert, lief dabei aber heiß: zwölf Scorerpunkte. Sein Torriecher fehlt, seine Präsenz im Slot fehlt, sein Powerplay-Template fehlt. Trainer Christian Dubé muss weiter improvisieren, statt Variantenreichtum zu haben.
Die Statistik ist ein stummer Vorwurf: In den 18 Begegnungen ohne den Flügelstürmer kassierte Fribourg 2,7 Gegentore pro Spiel – mit ihm waren es 2,1. Die Lücke ist klein, aber in einer Serie, in der Tore Münzen sind, zählt jede Dezimale.

Nicolet steigt ins rennen – mit schutzweste
Dienstag, 10:37 Uhr, Patinoire de Villars-sur-Glâne. Nicolet schlüpft ins No-Contact-Shirt, die Mitspieler wissen: Augen auf, keine Bodychecks. Der 23-jährige Genfer produzierte vor seinem Rippenbruch 17 Punkte in 28 Partien, ein Beweis dafür, dass Talent und Einsatzzeit nicht immer parallel laufen müssen. Jetzt lauert er wieder an der Blauen, spielt Drop-Pässe, testet die Schmerzschwelle. Freitag ist machbar, Sonntag wahrscheinlich – aber keine Garantie.
Die medizinische Abteilung rechnet in Stunden, nicht in Tagen. Ein zweiter Treffer gegen die Rippe, und die Saison ist gelaufen. Deshalb das Shirt, deshalb die Vorsicht, deshalb die Ungewissheit, die sich wie Nebel über das Coaching-Team legt.

Gegner offen – druck schon da
Ob Rapperswil nach dem 5:2-Sieg gegen Zug die Kurve kriegt oder der EV Zug doch noch die Schlinge zieht, entscheidet sich heute Abend in der Bossard Arena. Für Fribourg ist das Match eine Parallelhandlung, aber kein Nebenschauplatz. Je länger die Gegner gegeneinander knabbern, desto mehr Videoanalyse schiebt sich auf Dubés Laptop. Die Analysten haben bereits 47 Seiten Powerplay-Varianten gesammelt – gegen beide Teams.
Die Drachen gehen als Tabellenzweiter ins Viertelfinale, das Heimrecht ist ihr Turbo. Doch Turbo nützt wenig, wenn die Kadertür klappert. Sörensen fehlt, Nicolet zittert – und hinter der Bande fragt sich Sportchef Jan Alston, ob er doch noch einen Transferzahn zulegt. Die Deadline ist vorbei, die Lösung muss intern kommen.
Der Countdown läuft. Freitag, 19:45 Uhr, BCF Arena. Die Fribourger Fans werden wieder ihre roten Drachenflaggen schwenken – auch wenn eine kleine weiße Unbekannte namens Verletzung mitfliegt. Die Serie beginnt, mit oder ohne Sörensen, mit oder ohne Nicolet. Die Punkte werden trotzdem verteilt. Und die, die am Ende zählt, steht auf dem Scoreboard, nicht auf der Verletztenliste.
