Rossmann fällt weg – offenbachs abstiegskampf verliert seinen anführer

Der Schock saß tief. Bereits nach zehn Minuten war Schluss für Maximilian Rossmann, der Kapitän der Kickers Offenbach fiel ohne Gegnerkontakt hin, riss sich die Patellasehne links und wurde mit Trage vom Feld getragen. Der Blick von Trainer Mark Zimmermann sprach Bände: Ohne seinen emotionalen Leader wird der Abstiegskampf noch schwieriger.

Operation erfolgreich – saison trotzdem wohl gelaufen

Noch am Dienstagmorgen rückte der 30-Jährige auf den OP-Tisch. Die Sehne war komplett durch, die Arthroskopie verlief laut Verein „komplikationslos“. Doch der medizinische Erfolg täuscht über die sportliche Lage hinweg: Rossmann fällt auf unbestimmte Zeit aus, wahrscheinlich mehrere Monate.

Für ihn ist es der zweite Schicksalsschlag innerhalb von zwei Jahren. Nach seinem Wechsel 2022 verletzte er sich im August 2023 die Achillessehne, fiel 14 Monate aus und kehrte erst in dieser Saison zurück. Nun dieselte Stelle? Nein. Dieselte Geschichte: Comeback, kurze Freude, erneuter Knick.

Die Zahme lügt nicht: Ohne Rossmann kassierte Offenbach in den vergangenen drei Spielen sieben Gegentore. Die Regionalliga-Südwest-Defensive wirkte kopflos, die Zentrale ohne Kompass. Zimmermann muss nun umstellen – auf Luca Schnellbacher oder Dominik Stroh-Engel als Not-Sechser, beide sind eigentlich Stürmer.

Die kommenden gegner klingen wie finale

Die kommenden gegner klingen wie finale

Am Samstag geht’s zum Tabellenführer SC Freiburg II, eine Woche später folgt im Landespokal-Halbfinale die SG Barockstadt Fulda Lehnerz. Zwei Spiele, die die Saison entscheiden können. „Wir werden die Jungs auch ohne Max schmeißen“, sagt Zimmermann, doch seine Stimme zittert. Der Trainer weiß: Motivationsreden reichen nicht, wenn der Mann fehlt, der sie sonst auf dem Platz schreit.

Rossmann selbst twitterte lediglich ein Foto aus dem Krankenhaus: Daumen hoch, Schiene am Bein, Lächeln trotz Maske. Die Fans feiern ihn trotzdem als Held – weil er nie aufgab, weil er zurückkam, weil er Kapitän ist. Doch diesmal wird die Rückkehr länger dauern. Und für Offenbach tickt die Uhr im Abstiegskampf lauter denn je.