Potocnik rückt in rwe-startelf und könnte den fc köln erneut ärger bereiten

Jaka Cuber Potocnik hat gewartet, gewartet und noch einmal gewartet. Am Sonntag sprang der 20-Jährige beim 2:1 in Köln erstmals seit November wieder in die Startformation von Rot-Weiss Essen – und blieb 90 Minuten auf dem Platz. Die Folge: Trainer Uwe Koschinat schwärmt, der FC Köln plant die Vertragsverlängerung und die nächste Leihe. Der slowenische Stürmer rückt damit aus dem Schatten von Marek Janssen und könnte dem Effzeh künftig selbst Transferprobleme bescheren.

Koschinat sieht nur zwei dinge, statt noten zu zählen

Die kicker-Note 4,5 interessiert Koschinat einen feuchten Kehricht. Er zieht seine eigene Bilanz: „Zwei Dinge auf sehr hohem Niveau“, sagt der Coach. Mit Ball bewege sich Potocnik „sehr intelligent“, ohne Ball sprinte er so schnell, dass gegnerische Sechser sich umdrehen und den Pass nicht mehr wagen. Genau diese Videoanalyse hat Koschinat nach dem Spiel in der Kabine laufen lassen – Janssen sitzt nebenher und ahnt, dass der Wettkampf jetzt offiziell beginnt. Der erfahrene Mittelstürmer fehlte gegen Viktoria wegen muskulärer Probleme; Potocnik nutzte die Lücke und schlug Koschinat mit Hufschlag.

Der Weg dahin war steinig. Potocnik kam 2022 aus Ljubljana, löste eine Kettenreaktion aus, die den FC Köln kurzzeitig die Lizenz kostete. Seitdem tobte er sich in U-19- und U-21-Spielen aus, während Essen auf ihn wartete. Die Leihe im Sommer war gedacht als Staffage für Janssen; nun droht der 1,86-Meter-Mann zum Protagonisten zu mutieren.

Fc köln verlängert, essen profitiert – oder umgekehrt

Fc köln verlängert, essen profitiert – oder umgekehrt

Interne Berichte aus dem Geißbockheim bestätigen: Potocnik unterschreibt beim Effzeh, bleibt aber mindestens ein weiteres Jahr fern der Domstadt. Für Essen heißt das: Entweder man feiert den Aufstieg mit ihm oder man bindet ihn langfristig, sollte die Zweitliga-Lizenz kommen. Koschinat liebt solche Optionsszenarien. Er weiß, dass Spieler mit Tempo und Raumgefühl in der Formation 4-2-2-2 zurzeit Gold wert sind – und dass Potocnik links wie rechts auftauchen kann, ohne Position zu verlieren.

Die nächste Station steht bereits fest: Die slowenische U-21 ruft, Koschinat muss ihn ziehen lassen. „Überraschend“, sagt er und kneift die Lippen zusammen, weil er weiß: Nach der Länderspielpause kehrt ein anderer Potocnik zurück – einer, der jetzt gespürt hat, wie 90 Minuten 3. Liga schmecken.

Essen hat plötzlich zwei einsatzfähige Neuner, Köln ein Talent mit Selbstvertrauen und Potocnik eine Entscheidung: laufen, laufen, laufen – und irgendwann vielleicht selbst den FC Köln hinter sich lassen.