Winterspiele: ukraine kritisiert zulassung russischer sportler scharf

Erneute kritik an ipc-entscheidung

Die ukrainische Paralympics-Mannschaft äußert sich erneut äußerst kritisch zur Zulassung russischer und belarussischer Sportler zu den kommenden Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 15. März). Der Präsident des ukrainischen Paralympischen Komitees, Walleri Suschkewytsch, bezeichnete die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) als Verrat. Er sprach von einer Möglichkeit, eine “mit ukrainischem Blut getränkte Flagge” auf dem Gelände der Spiele zu hissen.

Erinnerungen an peking 2022

Erinnerungen an peking 2022

Suschkewytsch erinnerte daran, dass das IPC bei den Spielen in Peking vor vier Jahrennoch den Ausschluss russischer und belarussischer Athleten unterstützt habe, was den ukrainischen Kampf für Frieden unterstützte. Nun habe das IPC seine Position geändert und sich nicht mehr an die Werte der Menschlichkeit und Demokratie gehalten, so der Präsident. Er verwies auf den Slogan “Frieden für alle” als Ausdruck dieser veränderten Haltung.

Trotz boykottdrohung teilnahme der ukraine

Trotz boykottdrohung teilnahme der ukraine

Obwohl es innerhalb der Ukraine Boykottforderungen gab, wird das Land mit einer Delegation von 36 Sportlern, 22 Trainern und weiteren Betreuern an den Spielen teilnehmen. Suschkewytsch betonte, dass dies ein wichtiges Zeichen setze: “Wir sind hier! Und wir bleiben ein wichtiger Teil der internationalen Paralympischen Bewegung.”

Gedämpfte erwartungen aufgrund der kriegslage

Die sportlichen Erwartungen für die Spiele sind jedoch gedämpft. Im Vergleich zu 2022, als die Ukraine im Medaillenspiegel den zweiten Platz belegte, befindet sich das Team in einer deutlich schwierigeren Lage. Suschkewytsch, selbst ein Flüchtling aus der Ukraine, erklärte, dass die Athleten nicht unter friedlichen Bedingungen, sondern “unter Bomben und ständigem Beschuss” trainieren mussten.

Finanzielle einbußen erschweren vorbereitung

Zusätzlich zu den erschwerten Trainingsbedingungen wurden die finanziellen Mittel für das Team um mehr als die Hälfte gekürzt. Dennoch hoffe er auf sportliche Erfolge, die ein Zeichen der Hoffnung für das vom Krieg betroffene Land senden würden. Paralympische Siege seien besonders wichtige Geschichten für die Menschen in der Ukraine.

Vorbildfunktion der athleten

“Diese Geschichten unserer Paralympics-Athleten geben ihnen ein Vorbild und die Möglichkeit, ins Leben zurückzukehren”, so Suschkewytsch. Die Leistungen der Sportler sollen den Menschen in der Ukraine Mut und Kraft geben und zeigen, dass es trotz der schwierigen Umstände einen Weg nach vorne gibt. Die Teilnahme der Ukraine ist somit mehr als nur ein sportliches Ereignis – sie ist ein Zeichen des Widerstands und der Hoffnung.

Die Vergabe von sechs Bipartite-Plätzen an russische und vier an belarussische Athleten hatte für massive Kritik gesorgt. Die Entscheidung des IPC wird weiterhin kontrovers diskutiert.