Reiter bricht bei 35,6 % ein – bayern-skandal schickt ob in stichwahl

Die Rot-Grün-Koalition in München zittert, der Rekordmeister steckt mitten im Machtpoker – und Dieter Reiter muss um seinen Bürgermeister-Sessel kämpfen. Mit nur 35,6 % landet der SPD-Mann beim ersten Wahlgang weit unter der 47,9 %-Marke von 2020, während Grünen-Herausforderer Dominik Krause auf 29,5 % zulegt. Die Stichwahl steht, doch das eigentliche Beben kommt von der Säbener Straße.

20.000 Euro, keine genehmigung – der fehler kostet stimmen

Reiters Problem: Seit Ende 2021 kassiert er für seine Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des FC Bayern München 10.000 Euro pro Halbjahr – 20.000 jährlich. Die Genehmigung dafür liegt nicht vor, ein Verstoß gegen das Bayerische Beamtengesetz. Die Stadt prüft ein Disziplinarverfahren, der OB räumt ein: „Ich habe in den letzten zwei Wochen mehr Fehler gemacht als in den zwölf Jahren zuvor.“

Die Causa schwappt direkt ins Rathaus. Laut SZ zitiert eine ehemalige Stadträtin das Stimmungsbild: „Die Woche hätte es nicht gebraucht. Definitiv nicht.“ Die Zahlen bestätigen den Schaden: Reiter verliert 12,3 Prozentpunkte gegenüber 2020, während die Grünen um 5,6 Punkte zulegen – ein Trend, der sich über ganz Bayern zieht.

Vom ehrenamt zum lukrativen posten – der zeitplan des falls

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2016 schickte der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber Reiter als einfachen Verwaltungsbeirat in den Klub – offiziell unentgeltlich. Ende 2021 änderte sich das: Die Aufwandsentschädigung wurde eingeführt, Reiter nahm das Geld, meldete es nicht. Im Februar 2026 rückte er nach Stoibers Rückzug in den Aufsichtsrat auf, sitzt damit erstmals im mächtigsten Kontrollgremium des Rekordmeisters.

Die Konsequenz: Ein SPD-Oberbürgermeister, der sich mit 67 Jahren plötzlich gegen Disziplinarmaßnahmen wehren muss, während er gleichzeitig für eine zweite Amtszeit wirbt. Die Stichwahl findet am 22. März statt – und bis dahin wird jedes weitere Schreiben aus der Rathaus-Kanzlei zum Wahlkampfthema.

München hat gewählt, der FC Bayern spielt weiter. Aber wer am Ende im Rathaus sitzt, entscheidet nun auch die Frage: Darf ein OB gleichzeitig Aufsichtsrat beim größten Sportverein der Stadt sein? Die Antwort liefert nicht der DFB, sondern der bayerische Wähler – und der zeigt sich diesmal ungewohnt ungnädig.