Kreuzwieser erobert hoffenheim: 759 stimmen gegen chaos
Die TSG Hoffenheim hat einen neuen Herrn über die Ruinen. André Kreuzwieser, 45-jähriger Unternehmer, sammelte 759 Mitgliederstimmen wie Trophäen – und tritt die Nachfolge eines Ex-Vorsitzenden an, der sogar zweimal gehen musste.
Die machtprobe in zahlen
Uwe Heiss bekam 122, Florian Beil 126. Die Botschaft ist unmissverständlich: Das Mitgliedervotum will Schluss mit Kleinkrieg. Doch der Schein trügt. Hinter der klaren Mehrheit lauert ein Milliarden-Problem, das kein Wahlzettel löst.
Dietmar Hopp, 85, saß bei der Versammlung in Sinsheim in Reihe eins. Er besitzt weiter 96 Prozent der Kapitalanteile an der GmbH – ein Fakt, der jede Satzungsänderung zum Déjà-vu macht. Der eingetragene Verein hält gerade einmal vier Prozent. Die 50+1-Kehrtwende von 2023 war ein Papiersieg.
Der neue Mann verspricht „Ruhe“. Was bedeutet: Er muss die internen Richtungskämpfe befrieden, ohne den Geldhahn zu zudrehen. Kein leichtes Spiel, wenn der Hauptsponsor parallel zur Wahl seinen Beraterfreund Roger Wittmann durch die Kabinen lotsen lässt – ein Umfeld, das schon zwei Interimschefs in die Wüste schickte.

Die halbe milliarde, die alles überdauert
Christoph Henssler war zweiter Vorsitzender, musste aber vor einem Monat das Feld räumen – nach einem Machtkampf umGeschäftsführer Andreas Schicker. Albrecht kehrte kurzfristig zurück, nur um die juristische Handlungsfähigkeit zu wahren. Ein Verein, der sich selbst als Rettungsinsel benutzt.
Die Profi-Mannschaft spielt unterdessen vergnügt Richtung Champions League. Die Tabelle lügt nicht, aber sie überspielt die Brüche. 12.000 Mitglieder tragen rot-blau, doch die Farbe ihrer Stimmen reicht nicht, um den Investor zu erdrücken.
Kreuzwieser weiß: Ohne Hopp kein Bundesliga-Licht. Mit Hopp aber auch kein Frieden. Die erste Aufgabe des Siegers heißt Kompromiss – und der kostet mehr als 759 Kreuze auf einem Stimmzettel.
