Bayern reist nach bergamo – stanisic ignoriert rasen-kritik

Atalantas Platz galt als BVB-Falle, nun kommt der FC Bayern. Josip Stanisic schert sich nicht um das Gelächter über einen vermeintlichen Kartoffelacker – er will nur gewinnen.

Warum der rasen in bergamo kein thema ist

Warum der rasen in bergamo kein thema ist

Kurz nach dem 3:2 in Dortmund plauderte Joshua Kimmich aus, was viele dachten: „Die Dortmunder meinten, der Platz dort sei relativ schlecht.“ Der BVB war in Bergamo mit 1:4 untergegangen, das Foto eines abschüssigen Bällchens machte die Runde, als habe ein Schicksalshand auf dem Geläuf genickt. Die Kommentare schrieben sich in Sekundenbruchteilen fest: Europapokal auf dem Dorfplatz.

Josip Stanisic zuckt nur mit den Schultern. „Ich check es jetzt nicht“, sagt er trocken, „weil es auch keine Rolle spielt.“ Der Verteidiger erinnert daran, dass die Bayern „in der Bundesliga über die Wintermonate auch auf ein paar Plätzen gewesen sind, die jetzt nicht gerade Teppiche waren“. Die Botschaft: Behelfsrasen gehört zum Job, Jammern nicht.

Atalantas Geläuf ist tatsächlich kein Zufallsprodukt. Die Italiener nutzen ein Hybrid-System, das Naturgras mit Kunstfasern verstärkt. Im Herbst sieht das grün und geschmeidig aus, im März hingegen wirkt es stumpf, weil die kalte Feuchtigkeit die Fasern aufquellen lässt. Der Ball springt höher, rollt langsamer – ein Albtraum für Kombinationsfußball. Genau das nutzte Atalanta gegen Dortmund, presste früh und schaltete über Flanken um.

Stanisic kennt die Masche. „Wir können auf jedem Belag spielen“, betont er und fügt hinzu, dass „es natürlich auch für Atalanta dasselbe“ gelte. Keine Ausreden also. Julian Nagelsmann wird seine Sechser wohl enger an die Innenverteidiger rücken lassen, um die zweiten Bälle zu sichern. Gnabry und Sané sollen über die Außen die kurze Grashalme überhitzen, bevor sie abbremsen.

Die Zahlen sprechen für den Rekordmeister: Bayern holte in den letzten fünf Auswärtsspielen der K.o.-Phase vier Siege, dabei erst ein Gegentor. Atalanta wartet seit vier Europapokal-Heimspielen auf einen Clean Sheet. Die Quoten-Buchmacher sehen die Bayern trotz des umstrittenen Terrains bei 1,60 – ein klares Signal, dass der Rasen nur dann zählt, wenn man ihn sich selbst zur Ausrede macht.

Stanisic will nicht reden, sondern handeln. „Damit muss man sich anfreunden und es so schnell wie möglich abhaken“, sagt er. Dienstagabend in der Gewitternacht von Bergamo wird sich zeigen, ob der FC Bayern wirklich auf jedem Belag tanzen kannoder ob der vermeintliche Kartoffelacker doch noch ein paar Stolperfallen birgt.