Paulo fonseca und der ukraine-krieg: ein trainer zwischen schmerz und politischer mahnung
Vier jahre krieg, vier jahre leid
Paulo Fonseca, Trainer von Olympique Lyon und ehemaliger Coach von Schachtar Donezk, spricht offen über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Seine Frau stammt aus einer Stadt nahe der russischen Grenze und erlebt die tägliche Bedrohung hautnah. Fonseca, der auch eine Zeit beim AC Mailand verbrachte, schildert die anfängliche Schockstarre und die Angst, die er und seine Frau erlebten, als die Invasion begann.

Erinnerungen an den beginn des krieges
Der Trainer erinnert sich an den 24. Februar 2022, als er in Kiew mit Roberto De Zerbi in einem Bunker Schutz suchte. Die Sirenen heulten, der Verkehr war blockiert, während die Menschen versuchten zu fliehen. Fonseca beschreibt die Hilflosigkeit und die Angst: „Ich hörte um 5 Uhr morgens die Bomben auf die Stadt fallen, ein Geräusch, das ich nie vergessen werde.“

Flucht in die moldau
Die Familie Fonseca floh schließlich mit einem Kleinbus, der von der portugiesischen Botschaft organisiert wurde, in die Moldau. Die Reise dauerte 30 Stunden und war geprägt von Sirenen, Umleitungen und einem Mangel an Lebensmitteln und Treibstoff. Erst nach der Überquerung der Grenze fühlten sie sich sicher. Seine Frau träumt noch immer von einer Rückkehr in ein friedliches Ukraine.

Kritik an trump und infantino
Fonseca kritisiert scharf die Rolle von Donald Trump im Konflikt. Er sieht in Trumps Politik eine Schwächung der Ukraine und Europas. „Mit Trump wurden die Dinge schlimmer, weil er die Ukraine und Europa geschwächt hat“, so Fonseca. Er plädiert für mehr Führungspersönlichkeiten wie Emmanuel Macron, der sich nicht scheue, Russland zu konfrontieren.
Mögliches boykott der weltmeisterschaft?
Fonseca stellt sogar die Frage, ob ein Boykott der Weltmeisterschaft in Nordamerika in Erwägung gezogen werden sollte. Er kritisiert Gianni Infantino und dessen Haltung gegenüber Russland. „Infantino denkt wie Trump nur an seine wirtschaftlichen Interessen.“ Er findet es inakzeptabel, dass Russland überhaupt wieder an europäischen Wettbewerben teilnehmen könnte.
Wirtschaftliche interessen über alles?
Fonseca beklagt, dass wirtschaftliche Interessen oft über moralische Prinzipien gestellt werden. Er sieht darin ein grundsätzliches Problem, das auch den Fußball betrifft. “Trump stand für die Idee, die Schwachen zu vergessen und zu ignorieren und nur seinen eigenen wirtschaftlichen Interessen zu folgen.” Er fragt sich, ob der Fußball überhaupt ein geeignetes Mittel sein kann, um gegen solche Missstände zu protestieren.
Die aktuelle situation in der ukraine
Fonseca betont, dass die russischen Angriffe immer schwerwiegender und tödlicher werden. Er fordert eine stärkere Unterstützung für die Ukraine und eine konsequentere Haltung gegenüber Russland. Die Situation berührt ihn persönlich und er möchte mit seiner Stimme auf die Notlage der Menschen aufmerksam machen.
