Olympia-ausschluss: ukrainischer skeleton-pilot erhebt schwere vorwürfe gegen das ioc

Der ausschluss und die neuen anschuldigungen

Der Ausschluss von Vladislav Heraskevych von den Olympischen Spielen hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Nun erhebt der ukrainische Skeleton-Pilot neue, alarmierende Vorwürfe gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC) und dessen Präsidentin Kirsty Coventry. Im Gespräch mit dem Guardian schildert Heraskevych ein erschreckendes Szenario hinter den Kulissen.

Das gespräch mit ioc-präsidentin coventry

Das gespräch mit ioc-präsidentin coventry

Heraskevych berichtet von einem respektvollen Gespräch mit Coventry, das jedoch nur wenige Minuten später in seiner Disqualifikation mündete. Er wirft Coventry vor, falsches Spiel gespielt zu haben. Laut Heraskevych war die Entscheidung über seine Disqualifikation bereits in der Nacht zuvor getroffen worden, als er noch im Gespräch mit der IOC-Präsidentin war und seinen Gang vor den Court of Arbitration for Sport (CAS) vorbereitete. Coventry soll das Gespräch mit Tränen in den Augen verlassen haben.

Der umstrittene helm und die olympische charta

Der umstrittene helm und die olympische charta

Auslöser für den Ausschluss war Heraskevychs Wunsch, einen Helm zu tragen, der Bilder gefallener ukrainischer Athleten zeigte. Das IOC sah darin einen Verstoß gegen die Olympische Charta, die “Demonstrationen sowie politische, religiöse oder rassistische Propaganda jeglicher Art” verbietet. Heraskevych bestreitet jedoch vehement, gegen die Charta verstoßen zu haben.

Vorwurf der nähe zum kreml

Heraskevych äußerte im Gespräch mit Coventry den Verdacht, dass das IOC mit Russland unter einer Decke stecke. Er kritisierte, dass ein russischer Athlet offen die Flagge seines Heimatlandes getragen habe. Er habe Coventry gebeten, ihm den Helm zu tragen zu erlauben und notfalls die Regeln im Nachgang anzupassen. “Ich habe gegen keine Regeln verstoßen”, betonte er.

Appell um unterstützung für die ukraine

Heraskevych versuchte zudem, das IOC zu einer Geste der Solidarität mit der Ukraine zu bewegen. Er schlug vor, Stromgeneratoren zu spenden, um die vom Krieg betroffenen Menschen zu unterstützen. Seine Bitte wurde jedoch mit seiner Disqualifikation beantwortet. Er hoffe, in Zukunft wieder an Olympischen Spielen teilnehmen zu können.

Besorgnis um die paralympics und mögliche russische teilnehmer

Heraskevych äußerte große Sorge hinsichtlich der bevorstehenden Paralympics. Er warnte vor einem beunruhigenden Szenario: Pavel Rozhkov, Vorsitzender des Russischen Paralympischen Komitees, habe erklärt, dass es 300 russische Paralympics-Athleten gebe, die ehemalige Soldaten im Krieg in der Ukraine gewesen seien. „Es könnte also sein, dass ehemalige Soldaten unter ihrer eigenen Flagge in Italien antreten. Im Grunde genommen haben sie an der Front Ukrainer getötet, und jetzt werden sie sie als Propagandainstrument töten“, so Heraskevych. Aktuelle Recherchen des ukrainischen Senders Suspilna deuten jedoch nicht auf eine solche Vergangenheit bei den sechs eingeladenen russischen Athleten hin.