Magdeburg feiert meistertitel – wiegert: „bloß keinen flieger!

Ein nervenaufreibender Finaltag in der Handball-Bundesliga ging mit einem furiosen Jubel in Magdeburg einher. Der SC Magdeburg sicherte sich am Donnerstagabend die vierte Deutsche Meisterschaft, nachdem er die SG Flensburg-Handewitt im Entscheidungstor mit 31:30 bezwungen hatte. Doch die Freude wurde von Erschöpfung und einer ungewöhnlichen Forderung des Trainers überschattet.

Wiegert fordert: keine flugzeuge nach dem triumph

Wiegert fordert: keine flugzeuge nach dem triumph

Nach dem hart umkämpften Spiel, das erst nach einem langen Videobeweis entschieden wurde, war die Erschöpfung bei Trainer Bennet Wiegert deutlich zu erkennen. „Ich bin raus. Ich habe so viel in dieser Saison investiert“, gestand er sichtlich erschöpft. Seine klare Ansage an die Mannschaft: „Ich lasse mich leiten, heute hat die Mannschaft die Chance, mich überall mit hinzunehmen – aber bloß nicht in irgendeinen Flieger.“ Stattdessen schien er sich nach einer entspannten Heimrunde zu sehnen: „Auch darüber wäre ich nicht traurig.“

Die Partie selbst war ein packendes Duell auf Augenhöhe. Magdeburg führte zur Halbzeit mit 13:13, und das Spiel blieb bis zum Schluss spannend. Das entscheidende Tor von Magnus Saugstrup sorgte für den Jubel der Magdeburger Fans, obwohl die Entscheidung lange auf sich warten ließ. Ob der Sieg wirklich verdient war, ließ Wiegert jedoch im Nachhinein Revue passieren. „Magdeburg ist wahrscheinlich über die gesamte Saison hinweg der verdiente deutsche Meister“, räumte er ein. „Ob wir heute ein verdienter Sieger sind – damit tue ich mich schwer.“

Ein „Rucksack“ der Belastung

Wiegert sprach von einem „Rucksack“ an Erwartungen, den seine Mannschaft während der Saison mit sich herumgetragen habe. Er betonte, dass die Flensburger, die sich noch Hoffnungen auf die Champions League machen, im Spiel mehr verdient gehabt hätten. „Es ist mir fast unangenehm, als Sieger vom Platz zu gehen“, gestand der Coach.

Trotz der Erschöpfung und der ambivalenten Gefühle blickt Magdeburg optimistisch in die Zukunft. Die Mannschaft hat noch eine weitere Chance auf den Titel: Das Final Four der Champions League in Köln steht vor der Tür. Ob Wiegert dann doch noch in einen Flieger steigt, bleibt abzuwarten – zumindest für den Moment scheint die Entspannung im heimischen Bett Priorität zu haben.