Ciccone stiehlt die show: kann er sein rosa-träger-traum verteidigen?
Koszenza – Ein italienisches Fußballfest! Giulio Ciccone vom Lidl-Trek Team hat sich heute die begehrte Rosa Trikot im Giro d'Italia gesichert – ein Triumph, der Italien seit 2022 verwehrt blieb. Doch die Frage, die nun brennt: Kann der junge Mann diesen ersehnten Vorzug verteidigen angesichts der gnadenlosen Herausforderungen, die die kommenden Etappen bereithalten?

Die hürde von potenza: 4.000 höhenmeter als nächste prüfung
Die Freude über den Sieg ist unverkennbar, Ciccone genießt seinen Moment. Er kombiniert das Rosa mit dem gelben Trikot des Tour de France von 2019, ein Beweis seines Talents und seiner Ausdauer. Doch die Realität sieht anders aus: Die Konkurrenz schläft nicht. Die Gesamtklassement liegt eng beieinander, nur wenige Sekunden trennen die Top-Fahrer. Und bereits morgen wartet eine Monsteretappe nach Potenza, die mit 4.000 Höhenmetern eine echte Tortur verspricht.
Ciccone muss sich einen klares Ziel setzen: Er muss am Freitag in Formia in Rosa starten. Dort beginnt die siebte Etappe, die auf den Blockhaus im Abruzzen endet – Ciccones Heimat. Dieser Tag wird entscheidend sein. Sollte er es schaffen, den Vorzug zu verteidigen, dürfte der Donnerstag in Neapel, eine Etappe für Sprinter, kein Problem darstellen. Es ist selten, dass ein italienischer Fahrer das Rosa-Trikot trägt – Ulissi gelang es 2022 nur für einen Tag.
Ciccone hat monatelang betont, dass er nicht für das Gesamtklassement ins Rennen gegangen ist, sondern auf Etappensiege fokussiert war. Hat sich dieser Ansatz als Glücksbringer herausgestellt? Es ist zu früh, um das zu sagen. Im Moment gilt es, am Freitag auf dem Blockhaus in Rosa zu stehen und dann alles zu geben. Dort wird das Duell zwischen Jonas Vingegaard und Giulio Pellizzari erwartet. Beide gelten als ernsthafte Anwärter auf den Gesamtsieg, Ciccone gehört nicht dazu. Aber er trägt das Rosa und wird kämpfen wie ein Löwe, um es zu behalten.
Natürlich wird er auf den langen drei Wochen des Rennens Tribut zollen müssen, besonders gegenüber Vingegaard und wahrscheinlich auch Pellizzari. Aber die Hierarchien in dieser 109. Ausgabe des Giro sind noch lange nicht geklärt. Ciccone sollte sich also keine Grenzen setzen und auf seine Chance warten. Die Luft knistert vor Spannung!
