Sc magdeburg feiert meisterschaft – wiegert: „ich bin raus!

Ein Nervenkrimi, ein Videobeweis, der ewig dauerte – und am Ende frenetischer Jubel: Der SC Magdeburg ist vorzeitig Deutscher Meister! Nach einem hart erkämpften 31:30 gegen die SG Flensburg-Handewitt steht die vierte Meisterschaft in der Vereinsgeschichte fest. Doch während die Fans die Party bereits entfacht hatten, zeigte sich Trainer Bennet Wiegert sichtlich erschöpft und hatte eine überraschende Bitte an seine Mannschaft.

Die erleichterung nach dem kampf

Die erleichterung nach dem kampf

„Ich bin raus. Ich habe so viel bestimmt in dieser Saison“, gestand der Meistertrainer nach dem Abpfiff. Die Anstrengung der gesamten Saison schlägt zu, und Wiegert ließ durchblicken, dass er sich der ausgelassenen Stimmung am liebsten überlassen wollte. „Ich lasse mich leiten, heute hat die Mannschaft die Chance, mich überall mit hinzunehmen – aber bloß nicht in irgendeinen Flieger.“ Ein gemütlicher Abend im heimischen Bett schien ihm im Moment sogar attraktiver als eine weitere Feier.

Das Spiel selbst war ein packendes Duell auf Augenhöhe. Die Entscheidung fiel erst in letzter Sekunde, als der Treffer von Magnus Saugstrup nach einem langen Videobeweis als gültig gewertet wurde. Obwohl das Ergebnis bereits eine Meisterschaft für Magdeburg bedeutet hätte, war Wiegert über den Spielverlauf nicht ganz zufrieden. „Magdeburg ist wahrscheinlich über die gesamte Saison hinweg der verdiente deutsche Meister“, räumte er ein. „Ob wir heute ein verdienter Sieger sind – damit tue ich mir schwer.“

Ein „Rucksack“ der Belastung

Wiegert sprach von einem „Rucksack“, den seine Mannschaft unnötig mit sich herumgetragen habe. Die Flensburger, die noch um die Qualifikation für die Champions League kämpfen, hätten sich den Sieg womöglich mehr verdient. „Es ist mir fast unangenehm, als Sieger vom Platz zu gehen“, gab er offen zu. Doch die Erleichterung, einen weiteren Titel in dieser Saison ankreuzen zu können, war dennoch spürbar. Denn Magdeburg hat noch eine weitere Chance im Final Four der Champions League in Köln (13./14. Juni).

Die Meisterparty kann also weitergehen – auch wenn der Coach lieber eine Pause einlegt. Denn die nächste Herausforderung wartet bereits, und die Mannschaft wird sich sicherlich bemühen, ihren erschöpften Coach auch weiterhin mit ins Geschehen zu ziehen, wenn auch vielleicht nicht im Flieger.