Eliasch kauft sich georgischen pass, um seine fis-macht zu retten
Johan Eliasch fliegt nach Tiflis, statt nach Stockholm zu bitten. Der Milliardär und FIS-Präsident lässt sich von Georgien nominieren, weil seine beiden Heimatländer Schweden und Großbritannien ihm den Rücken kehrten. Die Machtfrage im Welt-Ski-Verband wird zur Pass-Posse.
Der mann, der sich seine wähler kauft
Die Statuten der FIS sind klar: wer Präsident bleiben will, braucht einen Reisepass des Landes, das ihn aufstellt. Eliasch besitzt zwar zwei Pässe, aber keinen, der ihn weiterbringt. Also wechselt er den Staaten wie andere ihre Skibindung. Der georgische Verband unterschreibt, ohne viele Worte. Warum? Eliasch investierte zuletzt über 20 Millionen Euro in georgische Skisport-Infrastruktur. Die Quittung kommt jetzt.
Die Skandale häufen sich. 2022 durften die Delegierten nur mit „Ja“ oder „Enthaltung“ stimmen – ein „Nein“ stand nicht auf dem Zettel. Der Deutsche Skiverband sprach von einer „Farce“. Diesmal wollen Alexander Ospelt (Liechtenstein), Anna Harboe Falkenberg (Dänemark), Dexter Paine (USA) und Victoria Gosling (Großbritannien) das Amt. Die Wahl am 11. Juni in Belgrad verspricht offene Rechnungen.

Die pass-industrie im welt-sport
Armenien war gestern, Georgien ist heute. Eliasch’ Berater hatten auch Kasachstan und die Türkei im Fokus. Die Frist läuft am 20. Mai, wenn das internationale Gremium die Liste der zugelassenen Kandidaten freigibt. Wer zahlt, schafft es wohl aufs Papier. Die Frage ist, wie viele Stimmen danach noch zählen.
Für Eliasch geht es um mehr als ein Amt. Der 63-Jährige kontrolliert über seine Holding Head große Teile des Ski-Marktes. Bleibt er im Amt, fließen Millionen an FIS-Gelder weiterhin an private Dienstleister – seine eigenen. Der Interessenkonflikt ist so offensichtlich wie ein Schneeberg im Mai.
Die Skiwelt blickt nach Belgrad. Nicht, weil neue Regeln das Fahren revolutionieren, sondern weil ein Milliardär mit Koffer und Pass justiert, was Demokratie versprach. Die Piste ist präpariert, die Torstangen stehen – nur die Fahrer haben diesmal Stimmzettel statt Stöcke in der Hand.
