Sgv freiberg stürzt ab: vier pleiten, null punkte – der traum von liga drei ist aus
Vier Spiele, vier Niederlagen, 3:11 Tore – und ein Traum, der sich in Luft auflöst. Der SGV Freiberg ist vom Thron gestürzt. Noch vor zwei Wochen schien der Aufstieg in die 3. Liga nur Formsache, jetzt ist die Meisterschaft so gut wie weg. Die Spieler gehen mit hängenden Köpfen vom Platz, die Fans verstummen. Der Klub, der seit dem dritten Spieltag an der Spitze der Regionalliga Südwest thronte, hat den Anschluss verloren – und vielleicht auch sich selbst.
Die 0:4-klatsche in großaspach war der knackpunkt
Es war das Spiel, das alles entschied. Das diregte Duell beim neuen Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach endete mit einer desaströsen 0:4-Pleite. „Das war ein Offenbarungseid“, sagt ein Vereinsinsider. „Plötzlich war nichts mehr da – keine Ordnung, keine Aggressivität, keine Ideen.“ Die Mannschaft, die zuvor acht Siege und zwei Remis geholt hatte, wirkte wie leer gefahren. Die beste Defensive der Liga kollabierte, die Top-Offensive schoss nicht einmal aufs Tor.
Trainer Kushtrim Lushtaku sucht noch immer nach Worten. „Die Situation ist beschissen, wortwörtlich. Vier Spiele, null Punkte – das ist hart.“ Er redet von Köpfen, von Druck, von einer Lage, die viele seiner Spieler nie zuvor erlebt hätten. Dabei hatte gerade der SGV mit seiner Erfahrung gepunktet: ein eingespielter Kern, ein klares Spielsystem, ein Präsident mit Vision.

Marius köhl fehlt als antrieb – und der captain droht abzuwandern
Ein Name fällt immer wieder: Marius Köhl. Der 24-Jährige war mit neun Toren und sieben Vorlagen der Motor des Freiberger Spätstarts. Sein Kreuzbandriss Anfang März riss eine Lücke, die keiner schließen konnte. „Er bringt uns die Ruhe, die Ballsicherheit, die Durchschlagskraft“, sagt Sportlicher Leiter Mario Estasi. „Ohne ihn sind wir berechenbarer geworden.“
Und dann ist da noch Marco Kehl-Gomez. Der Kapitän, Identifikationsfigur, Mittelfeldgeneral. Sein Vertrag läuft aus. Es gibt noch keine Gespräche, kein Angebot, kein Signal. „Wenn der Klub nicht mit mir redet, muss ich mir Gedanken machen“, sagt er knapp. Seine Zukunft ist offen – und mit ihm die der ganzen Mannschaft.

Heilbronn-projekt auf eis – aber der umzug kommt trotzdem
Der Plan war groß: Freiberg zieht nach Heilbronn, spielt im modernisierten Frankenstadion, wird zur Nummer drei in Baden-Württemberg. Doch ohne 3. Liga fällt der Druck von den Schultern der Verantwortlichen. „Wir haben mehr Zeit, die Infrastruktur sauber aufzubauen“, sagt Präsident Emir Cerkez. Mehr Zeit – das klingt nach Trost. Die Fans fürchten, dass der Traum vom Aufstieg nie wieder so nah war.
Bis zur Saisonanalyse muss Lushtaku liefern. „Ich werde meine Argumente haben“, sagt er. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: vier Niederlagen, null Punkte, ein Torverhältnis wie nach einer Abstiegsrunde. „Fußball ist viel Qualität, aber auch viel Kopfsache“, sagt Estasi. Nur: Was, wenn beides fehlt?
Das Restziel heißt Platz zwei. Ein Trostpflaster. Die Realität aber ist ein anderer: Der SGV Freiberg ist abgestürzt – und muss nun erst einmal wieder laufen lernen.
