Pogacar zertrümmert strade bianche 80 km vor dem ziel
80 Kilometer Siena entfernt trat Tadej Pogacar aufs Gas, und das Rennen war gelaufen. Kein Angriff, kein Zucken – nur ein ruhiges, tödliches Tempo, das die Verfolger in Schotterstaub zerrieb. Vierter Triumph in Strade Bianche, dritter in Folge, erste Saison-2026-Demonstration.
Die Szenerie kannte das Publikum schon aus 2024, doch diesmal wirkte die Solofahrt wie ein Dokumentarfilm über Macht. Hinten zerbrach das Feld, vorne flog der Weltmeister davon. Minuten später lag der Vorsprung bei zwei, drei, vier Minuten – und war nie wieder unter die 60-Sekunden-Marke gesackt.
Technikpech reißt pidcock raus
Thomas Pidcock, eigentlich Kronprätendent auf weißen Wegen, rutschte mit Kettenproblemen aus dem Rennen. Ein Schicksal, das viele Topfahrer teilten: Sobald Pogacars UAE-Team Emirates-XRG-Maschine auf Hochtouren lief, wurde aus GruppenarbeitEinzelkämpferei.
Hinten formierte sich zwar eine Jagdgruppe mit Großnamen, doch die Kilometer verrin-nen schneller als deren Moral. Paul Seixas, 19, frisch aus der Conti-Schmiede, wurde als Zweiter hinterhergeschickt – und landete mit 1:02 Minuten Rückstand auf dem zweiten Rang. Teamkollege Isaac del Toro komplettierte das UAE-Podest-Spezial.
Die Zahlen sprechen Bände: 80 km Alleinfahrt, 42 Schotterkilometer im Griff, Schnitt von 43,2 km/h auf staubigen Feldwegen. Kein Gegner kam auch nur in Sichtweite der magischen 60-Sekunden-Schallmauer.

Der saisonauftakt wird zur machtprobe
Pogacar nutzte Strade Bianche als Generalprobe für die klassischen Ardennen und die bevorstehende Tour. Die Signale sind klar: Wer ihn auf Schotter und Anstiegen schlagen will, muss entweder ein Wunder finden – oder einen besseren Tag erfinden.
Für die Konkurrenz bleibt nur die Erkenntnis, dass der slowenische Turbolader seine Vorstellung auch 2026 nicht verlangsamt. Die Toskana war gestern, die Saison gerade erst begonnen – und Pogacar schon wieder in einer eigenen Zeitzone.
