Pogacar stolpert – godon schnappt sich das romandie-lead!
Tadej Pogacar, der unangefochtene Star des Radsports, musste sich im Prolog des Tour de Romandie einer Überraschung beugen. Der Slowene, der auf dieser Etappe bereits seine Ambitionen für den späteren Tour de France demonstrieren wollte, landete hinter dem überraschend starken Dorian Godon.
Ein junger franzose stürmt die spitze
Godon, der in seiner ersten Saison bei Ineos beeindruckt, zeigte eine herausragende Zeit im 3,2 Kilometer langen Einzelzeitfahren und fuhr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 53,5 km/h in 3:35 Minuten ins Ziel. Eine Leistung, die selbst Pogacar in Verlegenheit brachte. Der junge Franzose, bereits Zweifach-Etappensieger der Volta a Catalunya, bewies, dass er nicht nur in der Hitze des Rennens, sondern auch gegen die Uhr zu den Besten gehört. Pogacar hingegen, noch angeschlagen von seinem Triumph bei Liège-Bastogne-Liège, kam mit sieben Sekunden Rückstand ins Ziel. Ein Weckruf für den Superstar?
Ivo Oliveira aus Portugal sicherte sich den zweiten Platz mit 3:41 Minuten, während Jakob Soderqvist, der bereits bei der Paris-Nizza Rundfahrt eine starke Zeit im Einzelzeitfahren zeigte, als Dritter ins Ziel kam. Die deutschen Vertreter Carlos Rodríguez und Pablo Castrillo hatten einen schwierigeren Tag und gaben mit 17 bzw. 21 Sekunden Rückstand ab.

Romandie im wandel: kann pogacar seine dominanz bestätigen?
Das Tour de Romandie, einst eine prestigeträchtige Rundfahrt, kämpft seit einigen Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten und dem Verlust wichtiger Sponsoren. Pogacars Teilnahme und das damit verbundene Medieninteresse sollen der Rundfahrt nun zu einer neuen Dynamik verhelfen. Doch das Rennen ist mehr als nur ein Schaufenster für den Slowenen. Die anspruchsvollen Etappen, darunter morgen ein 170,6 Kilometer langes Teilstück mit drei kategorisierten Anstiegen – La Rasse (2,5 km, 8,5%) und Ovronnaz (8,9 km, 9,8%) – versprechen spannende Rennen und werden die Form der Fahrer vor dem Tour de France auf die Probe stellen. Roglic, der knapp hinter Pogacar ins Rennen ging, zeigte ebenfalls eine solide Vorstellung und liegt nur eine Sekunde hinter dem Teamkollegen.
Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob Pogacar seine kleine Schwäche im Prolog schnell abschütteln und seine beeindruckende Dominanz in den folgenden Etappen fortsetzen kann. Godons Sieg mag zwar nur eine Momentaufnahme sein, doch er demonstriert deutlich, dass Pogacar nicht mehr der unangefochtene Herr des Radsports ist. Morgen wird sich zeigen, ob der Slowene seine Antwort geben kann.
