Podolski stemmt pokal in warschau und schwört: vielleicht ist's noch nicht vorbei
Lukas Podolski hob den Pokal, das Tattoo der Weltmeisterschale blitzte unter dem Ärmel – und 41 Jahre jung schrie er die Warschauer Nacht zusammen. Der Joker von Gornik Zabrze hat dem Bergmannsklub nach 54 Jahren die polnische Trophäe zurückgeholt. Raków Częstochowa ging mit 0:2 unter, Zabrze feiert, Podolski zögert.
Vertrag aus, familie ruft – aber da ist diese europa-league-melodie
„Geplant war die letzte Saison“, sagte er, Arm um den Sohn, Mikro vor der Nase. „Jedes Jahr frisst Kraft, frisst Wochenenden, frisst Familie.“ Dann kam das große Aber: „Der Europacup lockt. Vielleicht fällt mir was ein.“ Typisch Poldi: Abschied light, Tür offen, Laufwege noch nicht eingeplant.
Seit 23 Jahren ballert er durch Europas Stadien – Köln, München, London, Istanbul, Kobe, jetzt Zabrze. Im fünften Land der Karriere pflückte er den Pokal, Rekord, den sich kein Deutscher vorstellt. Dabei war er nur noch Ergänzungsspieler: 90 Minuten Saison, 28 Sekunden Finale. Reichte. Die Fans skandierten seinen Namen, Raków zerbrach an Zabrzes Biss.

Ein sieg, der im revier geschichte schreibt
Für die Schlesier war es der erste Pokal seit 1972. Die Stadt am Rauchschacht tanzte bis zum Morgengrauen. Podolski, geboren in Gliwice, fühlte sich heimisch: „Diese Menschen werden ihren Kindern erzählen, wo sie heute waren.“ Er selbst wird bald wissen, wo er morgen ist. Noch ein Jahr? Oder doch nur Geschäftsmann, Eis-Café-Betreiber, Social-Media-Mann mit 2,7 Millionen Followern?
Seine Ellbogen-Tattoos erzählen zwei Geschichten: Köln und WM 2014. Die dritte Geschichte wartet aufs Nachstechen. Warschau lieferte die Bilder, die Nacht lieferte die Frage. Podolski lachte: „Mal sehen, ob der Körper mitmacht.“ Der Pokal war schwer, die Entscheidung noch nicht.
